“Für meine Urenkel werde ich nicht mehr sein als das vage Gefüge einer Ansammlung von Gerüchten und für ihre Urenkel werde ich nicht mehr sein als der Ton einer undeutlichen Farbe und für deren Urenkel wiederum nichts, wovon sie je erfahren werden, und genauso hat ein Heer aus Fremden mich geformt und gefärbt bis zurück zu Adam….
Es ist ein fertiges Muster, das am Ende vollkommen übergangslos zerfällt, an welchem Ende, an diesem Ende.”
George Washington Crosby liegt im Sterben. Umgeben von seiner Familie und aufgebahrt in seinem vielgeliebten Wohnzimmer verbringt er seine letzten Stunden auch im Kreise seiner wichtigsten Lebensbegleiter – das sachte und vielstimmige Ticken seiner Uhren scheint den Rhythmus seines Dahinscheidens vorzugeben. Der passionierte Uhrmacher hat die meiste Zeit seines Lebens dem Reparieren dieser komplizierten Zeitmesser gewidmet und nun am Ende seiner Tage stellt er im Dämmerzustand fest, dass ein Leben im Zeichen dieser Chronometer nicht mit chronologisch geordneten Gedanken endet.
George Washington Crosby halluziniert… sein Leben zieht an ihm vorbei, aber nicht so, wie er es gelebt hat. Unsortiert, unrhythmisch und scheinbar reduziert auf ein Zwei-Personen-Stück.
Nur bestehend aus Vater und Sohn.
George Washington Crosby und sein Vater Howard, der Tinker, werden in diesem Erinnerungssturm zu dem, was sie zeitlebens nie sein durften. Sie werden zu “Zwei Erbsen in einer Schote…” Sie werden im kollektiven Gedächtnis des Sohnes beide zu “Tinkers” – zu Bastlern und Tüftlern am eigenen Leben. Ein Kreis der sich behutsam taumelnd schließt.
Paul Harding wird 2010 für sein Debüt unter anderem mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet und erhält somit auf Anhieb die höchsten Weihen der amerikanischen Literaturgesellschaft. Wie hat er das geschafft, was ist so besonders an diesem Roman und wodurch unterscheidet er sich von sonstigen Vater-Sohn-Geschichten?
Harding betritt mit seinem Buch kein belletristisches Neuland, er überschreitet keine Grenzen und liefert innerhalb des Romans keinen Raum für einfach gestrickte gute Unterhaltung. Was zeichnet ihn aus, was macht “Tinkers” so PREISwert?
Harding konfrontiert seine Leser schonungslos mit der brutalen Realität des Sterbens unter den wachsamen Augen der Familie – wohlmeinend und besänftigend, jedoch – die Flinte liegt bereits im Korn, der Sterbende wird nur noch passiv begleitet – und dies in einem Moment, in dem das Bewusstsein den finalen Dreisprung zelebriert. Es mögen Halluzinationen sein, die George Washington Crosby ins Jenseits geleiten, es mögen unzusammenhängende Gedanken sein, die den Abgesang auf sein Leben anstimmen. Niemandem in seinem Umfeld erschließt sich sein Zustand.
Nur uns – seine Leser – lässt Paul Harding teilhaben. Wir sitzen in der ersten Reihe des Lebenskinos von George Washington Crosby, dessen Film zurückgespult scheint und nun im schnellen Vorlauf Bilder produziert, die es gar nicht geben dürfte. Voyeurismus und Empathie – dieser Paarung leistet Harding intensive Geburtshilfe.
Und dieser Film hat es in sich. Als seien im Schneideraum die Schnipsel endlos durcheinander geraten, so blendet Harding in wechselnden Sequenzen zwischen den Leben von Vater und Sohn hin und her. Wir sehen in plastischen Beschreibungen Bilder, die beide voneinander unmöglich kennen können und stellen fest, dass wir selbst so weit taumeln, bis wir die “Tinkers” für Momente nicht mehr unterscheiden können.
Hier erreicht der Roman seinen Höhepunkt – das kollektive generationenverdichtende Gedächtnis und das “dritte Auge” öffnen eine Perspektive auf zwei Menschen, die sich ähnlicher nicht sein könnten und doch so unterschiedlich waren. Bastler und Einzelgänger – Gestalter und Überzeuger – Vater und Sohn.
Auf dieser Metaebene spielt Harding virtuos in starken Kontrasten zwischen Leben und Loslassen, übersinnlicher Wahrnehmung und Bewusstseinserweiterung eindeutig mit Elementen des Gothic, ohne hierbei ins Zweilichtige abzugleiten.
Ich wünschte mir, ich hätte in den letzten Stunden am Bett meines Vaters dieses Buch bereits gekannt. Ich wünschte mir, genau in diesem Moment noch näher bei ihm gewesen zu sein – reduziert auf das minimalste maximale Verhältnis der Welt. Vater und Sohn.
Ich wünschte mir, ich hätte sehen können was er sah – nicht chronologisch und doch kollektiv… Harding hat mir diesen Blick gegeben – sein Roman hat in denkbar unmöglicher Struktur mehr bewirkt, als es jede Gliederung je vermocht hätte.
Wir sind die Summe der Erfahrungen und Gefühle unserer Vorfahren – und am Ende sind wir nichts… vielleicht…
Der Einladung des Luchterhand Verlags gerne folgend traf ich Paul Harding im Vorfeld seiner Münchener Lesung am 19.September.
An meiner Seite Lovelybooks Userin Terry McKay, die bei Literatwo ein persönliches “Meet & Greet” mit dem Preisträger, den Roman “Tinkers” und natürlich ein paar gesellige Stunden mit mir gewonnen hatte. Binea war zum gleichen Zeitpunkt buchig in Dresden unterwegs, in Gedanken jedoch auch hier mit uns im Amerikahaus.
Hier nun unsere Eindrücke von einem PULITZERPREISwerten Abend mit Paul Harding:
Pünktlich um 19:15 Uhr, also kurz vor Beginn der Lesung, wurde Paul Harding von Karsten Rösel (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Luchterhand) in unsere guten Hände übergeben und die Leiterin der Programmabteilung des Amerikahauses Frau Dr. Zoë Kusmierz stellte uns ein kleines Reservat für das Interview zur Verfügung. Dank an dieser Stelle!
Es konnte also losgehen!
Ernest Hemingway, John Updike, Wiliam Faulkner, Norman Mailer und Paul Harding. Was für ein Gefühl ist das für sie in dieser ehrenwerten Reihe der Pulitzerpreisträger genannt zu werden?
Es ist ein solch außergewöhnliches Glück, diesen Preis gewonnen zu haben und ich denke, ich tue gut daran es so zu betrachten, als hätte ich in einer Lotterie gewonnen. Es ist so schwierig diesen Preis zu gewinnen und ich erinnere mich noch gut an jenen Nachmittag, als ich auf der Pulitzer Webseite nachschauen wollte, wer der Gewinner ist. Niemand erzählt einem das – man muss sich schon selbst schlau machen und ich habe bestimmt nicht nach meinem Buch gesucht. Als ich die Seite dann mehrmals aktualisiert habe und immer noch “Tinkers” zu lesen war, da konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben meinen Augen nicht trauen.
Jeder der 50 bis 70 Schriftsteller, die im Gespräch waren und hervorragende Romane geschrieben haben, hätte diesen Preis verdient gehabt und ich hätte mich aufrichtig für ihn oder sie gefreut. Die einzig angemessene Reaktion darauf, diese Auszeichnung selbst erhalten zu haben ist Demut, insbesondere weil “Tinkers” mein erster Roman ist. Es gibt so viele Autoren, die mehrere gute Bücher geschrieben haben und den Preis niemals erhalten werden. Man sollte den Maßstab nie verlieren und bescheiden bleiben.
Man bekommt wirklich keinen Anruf vom Verleger oder der Presse, wenn man Pulitzerpreisträger wird? Keine Gerüchte im Vorfeld?
Nein – sie gehen sehr streng mit dieser Bekanntgabe um und ich unterrichtete an diesem Montag meine Schüler in kreativem Schreiben, wusste, dass der Gewinner um 15:00 Uhr auf der Webseite veröffentlicht wird und wollte nur schnell nachschauen, damit ich in der nächsten Unterrichtsstunde um 16:00 Uhr über den aktuellen Preisträger sprechen konnte. Meinen Roman auf der Startseite zu finden hatte ich nicht erwartet. Niemals.
Wissen sie, dass viele ihrer deutschen Leser gerne ihren Urlaub in Enon, dem Schauplatz von Tinkers verbringen würde? Dieser Ort strahlt so viel Ruhe und Idylle aus – er muss erfunden sein.
Enon ist natürlich nur die fiktionale Version des kleinen Ortes in dem ich selbst aufgewachsen bin. Mein nächster Roman wird diesen Namen tragen: “Enon”. Es ist der gleiche Rahmen sein wie bei Tinkers. Ich kenne die Atmosphäre dort, die Stimmung und die Menschen und kehre gerne dorthin zurück. Die Hauptperson ist einer der Enkel von George Washington Crosby. Dieser Roman wird allerdings nicht die Fortsetzung zu “Tinkers” sein – es ist eine eigenständige ganz neue Geschichte.
Was erwarten sie von ihren deutschen Lesern?
Es gibt keinerlei Erwartungshaltung. Ich hege die Hoffnung, dass ihnen das Buch gefallen wird. Ich versuche Lesern in jedem Land das zu geben, was ich selbst als Leser erwarte. Ich möchte nach jedem Wort, nach jedem Satz und jedem Kapitel den Blick aus dem Buch erheben und sagen können: “Das ist wahr. Ich wusste von Beginn an, dass es absolut wahr ist und ich habe das noch niemals zuvor so gelesen!” Wiederekennungswert ist wichtig und in diesem Zusammenhang muss ich erwähnen, dass mir bewusst ist, wie treffend die deutsche Übersetzung von Tinkers gelungen ist. Ich kann Silvia Morawetz nur aufrichtig dafür danken.
Wie gefällt ihnen das Cover der deutschen Ausgabe?
Es ist grandios – im direkten Vergleich zur Originalausgabe ist diese Fassung die schönste Ausgabe, die ich mir jemals hätte vorstellen können. Es ist einfach ein Traum – ich könnte nicht glücklicher sein!
Welche Bedeutung messen sie dem Internet zu? Wie einflussreich sind soziale Netzwerke und Internetcommunities für sie als Schriftsteller?
Der Stellenwert ist hoch und er wächst beträchtlich. Ich habe dies selbst gespürt, als “Tinkers” auf dem amerikanischen Markt erschienen ist.
Es gab anfänglich ledieglich eine recht “schmale” Presseresonanz, bis in einer diese Communities immer mehr Rezensionen und positive Besprechungen veröffentlicht wurden, was dem Roman extrem geholfen hat. Twitter, Facebook und ganz normale User haben dann weiter dazu beigetragen, dass “Tinkers” auch im Internet immer populärer wurde. Wobei ich gestehen muss, dass ich selbst nur in geringem Ausmaß virtuell existiere.
Hat der Pulitzerpreis ihr Leben verändert? Hat er ihre Rolle als Autor beeinflusst?
Der Preis hat mein persönliches Leben verändert. Der Preis gibt mir die einzigartige Möglichkeit, mich eine Zeit lang ausschließlich dem Schreiben zu widmen, ohne nebenbei als Lehrer arbeiten zu müssen. Wenn ich von dieser Reise durch Deutschland nach Hause zurückkehre, dann beende ich eine 18monatige Lesereise um die halbe Welt. Und das hat im wahrsten Sinne des Wortes mein Leben verändert.
Meine Rolle als Autor wird er auch verändern. Ich hatte erhebliche Schwierigkeiten, den Roman in Amerika veröffentlichen zu können. Mehr als 30 Verlage haben das Manuskript abgelehnt. Schreibend verbrachte ich fünf bis sechs Jahre damit den Gedanken zu kultivieren, ein unveröffentlichter Schriftsteller zu bleiben. Immer weiter zu machen, veröffentlicht zu werden und den Pulitzer zu gewinnen bestätigt mich nachhaltig in meinem Weg!
Gibt es eine Interviewfrage auf die sie gerne einmal antworten würden, die ihnen jedoch noch niemals gestellt wurde?
Tinkers gibt mir die Möglichkeit in gewisser Weise im “Rampenlicht” zu stehen und in Interviews über mein Buch und meine Intentionen zu reden. Ich werde jedoch nur selten darauf angesprochen, dass mein Roman eben nicht linear verläuft oder dass er impressionistisch anmutet. Ich betone an dieser Stelle, dass mein Schreiben mehr auf den Charakteren basiert als auf der reinen Dramaturgie. Die Handlung geht den Weg des Denkens und Erinnerns. Sie kann nicht linear verlaufen – aber glauben sie mir: Es steckt eine Methode hinter diesem Wahnsinn. Haben sie nur ein wenig Geduld und sie werden diese Methode erkennen.
Paul – vielen Dank für dieses Interview und nun geht`s auf zur Lesung. Wir sind schon gespannt!
Hardings Vortrag ist eine Melodie – ein Rhythmus, musikalisch und bildhaft. Er intoniert den großen Gesang einer großen Geschichte und hält sein Publikum in seinem eigenen Tempo gefangen.
Knut Cordsen moderiert kompetent, empathisch und sehr persönlich. Cordsen liest anders – angemessen, so wie jeder Bücher anders liest. Die Brillanz der Übersetzung wird in diesen Passagen hörbar, fühlbar und doch lebt Hardings Originalfassung in einer eigenen Welt.
Autor und Moderator harmonieren glänzend und das Publikum erfährt viel über die Hintergründe des Schaffens und den Schriftsteller selbst.
Fragen der Zuhörer werden ausführlich beantwortet und in kleinen individuellen Signiergesprächen findet eine überzeugende Veranstaltung im Amerikahaus einen sehr persönlichen Abschluss. Paul Harding live zu erleben war berührend. Er ist authentisch, sympathisch, witzig ironisch und pointiert. Keinen einzigen belanglosen Satz habe ich an diesem Abend von ihm gehört.
Hier ist er wie sein Buch!
Habt ihr eure Lieblings-CD nur einmal im Leben gehört?
Habt ihr euer Lieblingsgemälde nur einmal im Leben betrachtet?
Und wie haltet ihr es mit eurem Lieblingsbuch?
Ich lese den Zauberberg von Thomas Mann alle zwei Jahre
und entdecke den Roman immer wieder neu!
Paul Harding









[...] gesamte Interview und den Lesungsbericht könnt ihr auf dem Blog.Lovelybooks lesen! Bewerten: Teilen Sie dies mit:TwitterFacebookGefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser [...]
Bewegend, berührend, zauberhaft – so stelle ich mir den Abend vor, so lese ich den Abend aus deinen Zeilen heraus.
Ich war in Gedanken mit dabei, danke für das signierte Buch und deine persönliche Überraschung
Gespannt warte ich auf das Erkennen der Methode, die Paul Harding ankündigt und freue mich auf den zweiten Roman des Pulitzerpreisträgers.
Danke und liebe Grüße – Bini
Ich hoffe wirklich, dass die Überraschung gelungen ist – ich konnte an der Originalfassung von Tinkers nicht vorbeigehen, ohne sie für dich mitzunehmen.
Einzelne Textpassagen habe ich bereits gelesen und sie schweben in einer anderen Welt – Deutsch klingt härter, auch wenn die Übersetzung wirklich ein Kleinod ist.
Hardings Lesemelodie werde ich wohl so schnell nicht vergessen!
Wow, ich bin mehr als beeindruckt! Ein wirklich tolles Interview, dazu noch ein Buchtipp und ein Lesungsbericht – vielen Dank dafür. Wenn ich ehrlich bin, dann sagt mir das Buch trotzdem nicht zu, aber der Autor ist mir sehr sympathisch geworden!
Klasse, ich kann förmlich dieses Gefühl spüren dem Autor so nah zu sein, ich liebe das ja immer wieder. Aufgeregt bin ich immer, egal wie bekannt der Schriftsteller ist – aber ein Pulitzerpreisträger ist natürlich schon was Besonderes! Danke Arndt, toller Artikel!!!
LG Karla
Tolles Interview, vor allem die Frage, was Paul Harding denn schon immer mal gefragt werden wollte, fand ich klasse – samt Antwort. Und da ich ohnehin ein Faible für nordamerikanische Literatur habe, werde ich das Buch in jedem Fall auf meine Leseliste setzen!
[...] Lesung, Interview und Buchvorstellung auf dem Blog.Lovelybooks! Bewerten: Teilen Sie dies mit:TwitterFacebookGefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. [...]
Ich durfte dabei sein. Einer der aufregendsten und bewegendsten Abende des Jahres. Wenn nicht meines Lebens… Wann begegnet man/frau schon einmal einem Pulitzer-Preisträger so hautnah?
Nicht nur irgendein Autor, nein, ein Pulitzer-Preisträger…!!!
Paul Harding war einfach phänomenal! Äußerst sympathisch, locker, relaxed, offen, witzig, humorvoll, klug, authentisch und ein wahrer Gentleman.
Mir selber hat es in der Nähe einer solchen Persönlichkeit einfach die Sprache verschlagen, ich durfte aber dem Interview mit ihm von Mr. Rail beiwohnen und ein paar Fotos schießen. Man hat Raily angemerkt, dass er völlig in seinem Element war… Toll gemacht, Arndt, sehr souverän! So, als würdest Du tagtäglich irgendwelche Berühmtheiten interviewen…
Paul Harding hat sich, so kurz vor seiner Lesung, Zeit für uns genommen. Allein die Widmung in meinem Buch lese ich täglich wieder: “for Kristina – with my great delight and pleasure, I’m so glad to meet you – with all heart,…”
WOW!!! <3 Paul, you are so so so kind!
Und dann kam der öffentliche Teil, die Lesung an sich, in sehr angenehmer, familiär anmutender Atmosphäre.
Als sehr auditiv veranlagten Menschen hat mich die Stimme von Paul Harding, seine Sprechmelodie, seine Intonation und sein Rhythmus sofort in Bann gezogen. Ich hätte ihm noch stundenlang lauschen wollen…
Alles in allem ein wundervoller Abend mit zwei wunderbaren Menschen – Mr. Rail und Paul Harding.
Danke dafür!
Danke für die Rückkopplungen zum Artikel. Paul Harding hat es mir leicht gemacht, dieses Interview so zu führen, als würde ich täglich einen Pulitzer befragen. Da habe ich schon andere Autoren erlebt, die sich aufgeführt haben, als hätten sie… (aber das verschweigen wir lieber..)
@Karla: ich denke, es ist die vornehmste Aufgabe des Rezensenten, Hinweise auf die Art und den Inhalt eines Buches zu geben, so dass ein Leser erkennen kann, ob das was für ihn wäre. Wenn du bemerkst, dass dieser Roman wohl nichts für dich ist, dann habe ich auch dieses Ziel erreicht. Berater sein – nicht Werbung – das ist wichtig. Das hier ist Herz nicht Business – es ist Liebe, nicht Kommerz.
@Kristina: danke für die Begleitung und die tollen Photos, die es ohne Dich nicht gäbe!
Es war ein beeindruckendes Buch ich habe regelrecht mit dem Buch gelebt es war eine ganz andere Sichtweise und Perspektive des Sterbens der Liebenden die von uns gehen. Danke Paul Harding
Ich kann dir nur zustimmen… diese Perspektive macht den Unterschied zwischen Tinkers und vielen Büchern, die sich selbst mit der These beschäftigen, dass “das Leben an einem vorbeizieht, wenn man stirbt.”
Es kann da keine Chronologie geben, keine Struktur… und deshalb liebe ich Tinkers…
Ein berührendes Buch, ich fühle mich noch ohne Worte nach dieser Buchvorstellung und dem Interview.
Besonders dieser Abschnitt hat sich tief in mir verhaftet und ich ersetze nur “Mutter und Tochter” anstatt “Vater und Sohn”
“Ich wünschte mir, ich hätte in den letzten Stunden am Bett meines Vaters dieses Buch bereits gekannt. Ich wünschte mir, genau in diesem Moment noch näher bei ihm gewesen zu sein – reduziert auf das minimalste maximale Verhältnis der Welt. Vater und Sohn.”
Hallo Karin…
Das gilt natürlich auch für das einzigartige Verhältnis “Mutter – Tochter”… insofern ist es mehr als in Ordnung, wenn du die Begriffe für dich ersetzt…
Das Bild und das Gefühl bleibt gleich und in der Begleitung der letzten Stunden eines Menschen ist die Perspektive von Harding sehr wichtig und hilfreich… Ich denke nicht, dass hier komplette Filme ablaufen im Angesicht des Todes… ich kann mir die Bilder aus Tinkers sehr gut vorstellen….
Grüße, Raily
[...] Seit meinem Interview mit dem Pulitzerpreisträger 2010 Paul Harding (Tinkers) weiß ich, was diese Auszeichnung bewirkt, was sie verändert, was dieser Ritterschlag kulturell bedeutet. In einem Atemzug mit Hemingway genannt zu werden… was für ein Traum… [...]