Schon über einen Monat ist die Lesung von Nele Neuhaus in Eschborn-Niederhöchstadt nun schon her, aber Nele Neuhaus und ihre Bücher sind täglich im Gespräch und in aller “Lesermunde”. Die Lovelybooksuserin Steffili ist von den Büchern einfach begeistert und das Besuchen einer Lesung von Frau Neuhaus war ein absolutes MUSS für sie. Der Abend war ein absolutes Highlight, übertraf ihre Erwartungen und daher möchte sie allen Nele Neuhaus-Fans und denen die es nach diesem Bericht werden, berichten.
Nele Neuhaus liest aus “Wer Wind sät”
Freitag, 17. Juni 2011, Ort des Geschehens ist die Kirche der Andreasgemeinde in Eschborn-Niederhöchststadt der Himmel ist grau, der Wind pfeift uns um die Ohren, wo ist die Leiche? Drinnen angekommen suchen wir in der vollen Kirche, die allerdings eher einem Gemeindehaus gleicht, Plätze um uns den Abend mit der Lesung von Nele Neuhaus zu verkürzen. Die Veranstaltung ist restlos ausverkauft.
Eine Mitarbeiterin der Buchhandlung „7. Himmel“, die die Lesung ausgerichtet hat, begrüßt die Besucher und Nele. Doch bevor sie das Mikrofon übergibt kommt noch die Aufforderung an ihre Kollegen: „Stellt noch mal ein paar Stühle“…wie gesagt: restlos ausverkauft.
Nele ist total offen, müht sich nicht damit ab, ihre Besucher zu siezen, sondern geht gleich zum „Ihr“ über. Erstmal stellt sie fest, dass ihre Bewegungsfreiheit bei jeder Lesung etwas mehr eingeschränkt wird, was wohl daran liegt, dass immer mehr Besucher kommen. Dann fängt sie an zu erzählen, wie es anfing mit ihrer Schreiberei, wie sie mit den Büchern im Kofferraum durch die Gegend gefahren ist und diese jedem angeboten hat, der ihr über die Füße gefallen ist und wie sie in der Wurstfabrik ihres Mannes die Bücher auf die Theke stellte, um sie dort den Kunden zu verkaufen, wenn sie ihre Wurst holten. Sie erzählt von ihrem Privatleben genauso wie von ihrem Leben als Autorin.
Außerdem erfahren wir, dass ihr Mann keines ihrer Bücher gelesen hat, weil er nicht liest und die Hörbücher zu lang sind. Doch den Film zu Schneewittchen, den will er mit ihr schauen…„Wenn er bei den 90 Minuten einschläft, dann sind wir geschiedene Leute“, sagt Nele mit einem Lachen. Dann erzählt sie voller Stolz, dass sie als erste Autorin fünf Bücher zeitgleich unter den TOP 30 der SPIEGEL-Bestseller-Liste hat, wie ihre Freundin sie angerufen hat, weil sie bei Amazon auf Verkaufsrang 380 war, um kurz darauf auf Platz 1 zu landen und dass Schneewittchen es sogar auf Platz 1 der koreanischen Bestseller-Liste geschafft hat. Doch all das wirkt nicht arrogant, es ist einfach nur ehrlicher Stolz, auf das was sie geschafft hat und was ihr niemand zugetraut hat. Schadenfreude? Vielleicht ein wenig.
Und dann geht es los, Nele setzt sich vor ihr Buch und beginnt zu lesen, stellt eine Figur nach der anderen vor, aber nicht, ohne zwischendurch ein paar Scherze zu machen und nicht, ohne festzustellen, dass sie sich schon wieder viel zu viel vorgenommen hat. Sie wählt die spannendsten Stellen und immer, wenn die Spannung auf dem Höhepunkt ist, geht die Autorin über zur nächsten Szene. Sie macht mords Leselust. Nele versteht es, nicht zu viel und nicht zu wenig zu verraten. Die Spannung steigt, ich kann es kaum erwarten, mehr zu hören, doch dann…PAUSE.
Die Pause bedeutet für die Autorin natürlich keine Pause, sondern Signieren im Akkord. Und auch dabei immer freundlich und nah, für jeden ein paar nette persönliche Worte. Doch der Andrang ist so groß, dass sie unterbrechen muss, um mit der Lesung fortzusetzen. Doch der Trost kommt prompt, die zweite Hälfte beginnt mit den Worten: „Keiner wird heute hier das Haus verlassen ohne ein Autogramm von mir, wenn er das nicht will!“
Jetzt erzählt Nele uns, dass neulich bei einer Lesung ihre Stimme versagt hat und ihr nix anderes übrig blieb, als das Publikum Fragen stellen zu lassen und sie das super fand, also bekommen auch wir unsere Fragerunde und sie steht Rede und Antwort, keine Frage der sie ausweicht, auf jede Frage eine humorvolle Antwort. Jede ihrer Antworten ist authentisch Nele Neuhaus hautnah. Anfangs bediente sie sich zu Recherchezwecken des Tatorts und CSI, obwohl sie wusste, dass das „nicht so ganz korrekt sein kann“, inzwischen hat sie Freunde beim K11 in Kelkheim und der Frankfurter Gerichtsmedizin, die ihr stets mit Rat und Tat zur Seite stehen. Doch dann kommt der Wermutstropfen: „Wann können wir mit dem nächsten Buch rechnen?“ „Ich war fleißig, schon im Juli, da erscheint der zweite Teil des Jugendbuchs… der nächste Krimi wird wohl erst im Herbst 2012 kommen, ich habe zu viel gemacht in letzter Zeit, ich muss es langsamer angehen!“ Also heißt es: Warten!
Weiter mit der Lesung: Noch mehr Figuren werden vorgestellt, die Handlung geht weiter und wieder wird kaum etwas verraten. Und als es gerade am spannendsten ist, da ist der Abend auch leider schon vorbei, genau in dem Moment, in dem man denkt: „Bitte, nicht aufhören, nur noch ein bisschen weiterlesen!“ Doch wie sagt man so schön: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.
Beim Verlassen der Kirche hat sich die Situation kaum verändert, der Himmel ist immer noch grau, inzwischen wird es auch dunkel und es regnet. Die Krimistimmung besteht fort, deshalb bleibt nur noch nach Hause fahren übrig und sich in „Wer Wind sät“ verkriechen.
Vielen Dank an Steffili und vielleicht war auch der ein oder andere Lovelybooksuser ebenfalls bei der Lesung von Nele Neuhaus.






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Ein toller Bericht! Wahrscheinlich muss ich mir die Bücher jetzt auch alle kaufen…na vielen Dank….
Wirklich ein sehr schöner Bericht! Ich kenne bislang nur »Schneewittchen muss sterben«, werde aber ganz sicher demnächst auch die anderen Bücher der Reihe lesen.
@Steffili
Klasse Bericht – atmosphärisch und persönlich. Das macht Lust auf mehr. Die binea`sche Layoutidee, das Cover über den Artikel zu Puzzeln gefällt mir sehr gut..
Danke für die schöne Samstagslektüre… ;-?
@Bini: Tausend Dank für die Aufmachung und die Unterstützung! Ich drück Dich!