Vor einigen Monaten hab ich ja hier schon den Sportwelt-Verlag vorgestellt. Neben vielen guten Sachbüchern hat dieser kleine, feine Verlag auch ein paar andere sportliche Bücher im Programm. Dieses Jahr neu dazugekommen ist “So kommen Sie in Schwung” von Jayne Williams. Mich hat daran vor allem der Untertitel angesprochen: Triathlon für Couchpotatoes. Ich bin jetzt weniger eine Couchpotatoe und auch nicht gänzlich unsportlich, aber so richtig regelmäßig trainier ich dann auch wieder nicht. Und Triathlon fasziniert mich schon länger. Die letzten Jahre stand ich beim Ironman in Frankfurt anfeuernd an der Strecke, geduldig lausche ich Erfahrungen und Nöten von Freunden über ihre Wettkämpfe und Vorbereitungen, aber da ich nie ein Faible für’s Schwimmen hatte, kam Triathlon für mich nicht in Frage. Witzigerweise hab ich dieses Jahr Lust bekommen, mal richtig kraulen zu lernen, die erste Trainerstunde hab ich schon erfolgreich hinter mir und da kommt mir dieses Motivationsbüchlein gerade recht.
Ja, im Gegensatz zu den meisten Triathlonbüchern auf dem Markt beschäftigt sich dieses nicht mit Trainingsplänen und Spezialistendetails, sondern es geht um Jedermann/Jederfrau, die sich an Triathlon heranwagt. Die Autorin ist mollig, um die 40 und hat Sorge, irgendwann vor lauter Übergewicht wirklich krank zu werden. Sie nimmt sich vor, sportlich zu werden und beschreibt, wie ihr dies gelungen ist. Wirklich sympatisch find ich an ihr, dass sie sich keine utopischen Ziele gesetzt hat und kontinuierlich dabei geblieben ist. Sie beschreibt von ihren ersten Erfolgserlebnissen als “Triathlonschnecke” und was man wirklich an Ausstattung braucht (und welche Feinheiten dann erst kommen, wenn man “Freak” ist
) Sie erzählt humorvoll von ihren ersten Pannen und wie sie mit Verletzungen umgegangen ist. Und naürlich auch, wie sie die einzelnen Sportarten trainiert, wie sie die Wechsel übt, wie sie sich z.B. Zielzeiten auch für die Wechselzonen setzt und dann ganz beschwingt in die nächste Etappe startet, wenn sie diese Zeiten im Wettkampf einhält oder sogar unterbietet. Sie freut sich, dass auch sie von ihren Kollegen des Triathlonvereins angefeuert wird und vermittelt mir beim Lesen dieses “Dabeisein-ist-alles”-Gefühl.
Das Buch ist in einem Plauderton geschrieben. Mehrfach dachte ich, die Autorin sitzt mir gegenüber beim Kaffee und erzählt einfach. Das ist nett, das gibt ein gutes Gefühl und vielleicht versuch auch ich es tatsächlich mal mit einem Triathlon. Jedem, der aus irgendwelchen Gründen denkt “Sport ist nix für mich”, dem leg ich dieses Buch gern ans Herz. Und ich jetzt laufen. Ihr auch? In dem Sinne schönen Sonntag!
PS: Übrigens gibt es gerade auf Lovelybooks eine Leserunde zu diesem Buch. Wer nicht dabei ist, kann ja zumindest bei den anderen mitlesen, wie es ihnen gefällt.


Das hört sich sehr interessant an, zumal ich schon immer mit einem Triathlon geliebäugelt habe. Für welche Distanz trainiert denn die Autorin?
Hallo Textstube, die Autorin hat erstmal kleine Distanzen bewzungen, sogenannte Sprint- oder Kurzdistanzen. Nach einigen Erfolgserlebnissen hat sie sich inzwischen sogar an einen “Half-Ironman” rangetraut, und der hat sie auch richtig geschafft. Stell ich mir auch richtig anstrengend vor…