[Lesungsbericht] Gerd Ruebenstrunk auf der lit.COLOGNE

Gerd Ruebenstrunk auf der lit.COLOGNE? Kaum war das Programm draußen und ich hatte den Termin entdeckt, waren auch schon die Karten gebucht und der 21.03. fett im Kalender angestrichen. Zugegeben, ich liege ein paar Jährchen neben der Zielgruppe, aber das tut meiner Begeisterung für die Arthur-Trilogie keinen Abbruch.

Der ideale Vorleser: Gerd Ruebenstrunk

So saß ich also am letzten Montag zwischen aufgeregten Kindern in der Zentralbibliothek in Köln und lächelte in mich hinein, als das Mädchen neben mir seine Mutter fragte, ob der Mann da vorne denn jetzt das ganze Buch vorlesen würde. Das tat er natürlich nicht. Gelesen wurde nur aus dem dritten Teil Arthur und die Stadt ohne Namen, der den Leser diesmal nach Edinburgh und in eine versunkene Stadt in der arabischen Wüste entführt.
Wer die ersten beiden Bände noch nicht kannte, hatte dadurch trotzdem keinen Nachteil. Dafür hatte der 1951 in Gelsenkirchen geborene Autor gesorgt, indem er Videopräsentationen vorbereitet hatte, die nicht nur einen (spoilerfreien) Überblick über die ersten beiden Bücher gaben, sondern unzählige Fotos der Handlungsschauplätze (Amsterdam, Bologna, Córdoba und Dubrovnik) zeigten. Unterlegt mit passender Musik erhielten die jungen Leser (übrigens überwiegend Mädchen) einen wunderbaren Einblick in die Bücher und hörten zu, wie Gerd Ruebenstrunk von seinen Recherchereisen in die Städte berichtete und kleine, lehrreiche Anekdoten zu den Bildern erzählte.

Sowohl hierbei als auch bei den Leseparts, die der Autor lebhaft vortrug und mit Gestiken unterstrich, zeigte sich, wie viel Spaß Gerd Ruebenstrunk an seiner Arbeit hat und wie wichtig es ihm ist, seine Leser nicht nur zu unterhalten, sondern sie auch mit interessanten Informationen zu versorgen. Und auch ich habe an diesem Nachmittag noch einiges dazu gelernt. Zum Beispiel, dass es den mysteriösen Helfer, den er Arthur und Larissa diesmal zur Seite gestellt hat, wirklich gegeben hat.
William McGonagall, geboren 1825 in Edinburgh, gilt im englischsprachigen Raum als schlechtester Dichter aller Zeiten. Das sah er selbst allerdings nicht so und so gibt er in Arthur und die Stadt ohne Namen auch ein Gedicht zum Besten, das Gerd Ruebenstrunk für seinen Roman eigenhändig übersetzt hat. Das war im Englischen allerdings schon so grauselig, dass eine ebenso schlechte Übersetzung gar nicht mal so leicht gewesen wäre. Trotzdem erfreut sich William McGonagall heute großer Beliebtheit und es ist gewiss kein Zufall, dass J.K. Rowling eine ihrer Figuren ebenfalls nach dem Dichter benannt hat.
Außerdem habe ich nun endlich bestätigt bekommen, was ich von Anfang an vermutet hatte: Das kleine Antiquariat, in dem Arthur aushilft, liegt in Köln. Das wird in den Büchern zwar nicht explizit erwähnt, aber die Zugreise nach Amsterdam hatte mich auf die richtige Fährte gebracht.

Im Anschluss an die Lesung hatten die Kinder, die im Laufe der Lesung durch Fragen des Autors immer wieder in das Geschehen eingebunden wurden, die Möglichkeit, selbst Fragen zu stellen. Natürlich kam da auch gleich der Klassiker: Wollten Sie schon immer Schriftsteller werden? Mit 19/20 habe er es das erste Mal mit dem Schreiben versucht, erzählte Gerd Ruebenstrunk. Da sei ihm aber schnell klar geworden, dass ihm die nötige Disziplin fehlte. Schließlich ist das Schreiben ja auch eine ziemlich einsame Angelegenheit. Mit 55 Jahren unternahm er dann aber seinen zweiten Versuch. Und hielt durch. Zum Glück.
Inzwischen ist bereits sein neuer Roman Das Wörterbuch des Viktor Vau erschienen und es kann passieren, dass die Arthur-Trilogie in 1-2 Jahren verfilmt wird.

TIPP: Interview mit Gerd Ruebenstrunk (geführt von Katrin von Saiten)

2 Kommentare

  1. [...] Den restlichen Beitrag gibt es wie immer im Lovelybooks-Blog. [...]

  2. [...] den letzten 10 Tagen war ich, abgesehen von meiner Lesung bei der LitCologne (über die Nina einen netten Beitrag im Blog von Lovelybooks geschrieben hat), damit beschäftigt, die Blogtour von “Das [...]

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