Heute, am Aschermittwoch 2011, beginnt im christlichen Glauben die Fastenzeit. Dieser Tag ist für viele Menschen der Anlass, die sieben Wochen bis Ostern damit zu verbringen, auf bestimmte Dinge zu verzichten. Wurde früher noch auf Fleisch verzichtet, so gibt es in den letzten Jahren immer mehr Menschen, die die Fastenzeit dazu nutzen, um auf Alkohol, Süßigkeiten oder den Fernseher zu verzichten. Wen welcher Verzicht wirklich schmerzt, muss jeder für sich entscheiden, warum aber nicht auch mal die Fastenzeit als Anfang neuer, gesunder Gewohnheiten zu sehen? Bestseller-Autorin und Ernährungswissenschaftlerin Marion Grillparzer stand zu diesem Thema Rede und Antwort.
Katrin von Saiten: Liebe Frau Grillparzer, haben Sie als „Ernährungsprofi“ Vorsätze für die Fastenzeit?
Marion Grillparzer: Ja, ganz lieb zum Körper sein. Das sollte man natürlich das ganze Jahr über tun. Aber man kann ja noch einmal im Jahr etwas mehr tun. Ernsthaft entschlacken. Das tue ich eine Woche lang mit Gemüsesuppe. Ansonsten kaum Zucker, kaum Weißmehl, kein rotes Fleisch.
KvS: Was würde Sie wirklich schmerzen, wenn Sie in der Fastenzeit darauf verzichten müssten?
MG: Auf Genuss.
KvS: Worin liegen ihrer Meinung nach die Probleme bei der Ernährung der Deutschen?
MG: Die Menschen genießen nicht mehr, weil sie meinen, keine Zeit zu haben. Darum laufen sie lieber in den Supermarkt für ein Fertigprodukt, als in der Küche ein bisschen Zeit in ihren täglichen Treibstoff zu investieren und sitzen lieber vor dem Fernseher, als mit Freunden am Tisch.
KvS: Seit Jahren bringen Sie immer wieder Bücher zur Glyx Diät heraus. Wer sich aber näher mit dem Konzept befasst, wird schnell feststellen, dass es sich nicht um eine asketische Lebensweise ohne Alkohol, Nachtisch und andere kulinarische Genüsse handelt. Ihr Buch „Die Glyx-Diät“ verspricht sogar: „Schluss mit Fasten und Kalorienzählen“. Warum ist das so?
MG: Weil wir ganz nebenbei abnehmen, wenn wir wissen, wie unser Körper auf das reagiert, was auf dem Teller liegt. Weil wir dann automatisch viel gesünder essen. Und wenn wir das einmal ausprobiert haben, spüren, wie gut uns das tut, und dass das sehr wohl auch sehr gut schmeckt, dann verändern wir auch (falsche) Gewohnheiten. Und die sind es, die uns dick, alt, krank machen.
KvS: Was halten Sie vom Fasten? Ist es in Bezug auf die Ernährung sinnvoll?
MG: Ich halte viel vom Entgiften. Und da bezieht man fastenderweise ja auch den Kopf mit ein. Abnehmen kann man fastend jedoch nicht langfristig.
KvS: Was würden Sie Menschen empfehlen, die während der Fastenzeit ihre Ernährung probeweise umstellen wollen um eventuell ein gesünderes Leben zu starten?
MG: GLYXen natürlich.
KvS: Kleinigkeiten, wie zum Beispiel Brot auf Vollkorn umstellen, reicht das schon?
MG: Freilich. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Ich täte da jetzt zu fünf Schritten raten: 1. Nur 3 Mahlzeiten am Tag. Snacken nur ganz glyxniedrig, also Gemüse, Nüsse. 2. Viel Trinken. Wasser, oder solches mit Teebeutel. 3. Beilagen in kleiner Portion und Vollkorn. 4. Jede Mahlzeit sollte eine Portion Eiweiß enthalten: Ei, Milchprodukt, Fisch, Geflügel oder Hülsenfrüchte (z.B. Tofu). 5. Gemüse, Gemüse, Gemüse.
KvS: Mit „nur“ anders essen ist es bei der Glyx-Diät offenbar nicht getan. Neben täglicher Bewegung spielen auch die persönliche Motivation und Entspannung eine große Rolle. Muss es immer das Gesamtpaket sein?
MG: Natürlich. Es geht ja nicht um Kalorien. Sondern um viel mehr. Es geht um Energie. Um Lebensenergie. Und die kriegen sie nur, wenn Sie Ihren Körper all die Vitalstoffe zuführen, die er braucht und wenn Sie ihn bewegen – dazu ist er nämlich gemacht. Nicht zum sitzen. Und schließlich dürfen Sie sich nicht durch Stress die ganze Energie rauben lassen.
KvS: Viele Menschen haben das Problem, dass wenn man abends vor’m Fernseher sitzt, Essen einfach zur Beschäftigung wird oder auch beim Treffen mit Freunden schnell der Bogen überspannt ist. Wie kann man solchen Fallen aus dem Weg gehen, wenn man sich beispielsweise vorgenommen hat, in der Fastenzeit auf Süßes zu verzichten?
MG: Das stimmt. Oft isst man nicht aus Hunger oder Appetit, sondern aus irgend einem emotionalen Grund: Langeweile, Gesellschaft, Traurigkeit, Stress … Also ich denke da gibt es nur einen Weg: Die drei A’s. Auslöser finden. Ablenken. Und wenn das nicht funktioniert, dann muss man sich eine Alternative suchen. Die Zucchini-Chips statt Kartoffelchips. Die Bitterschokolade, statt die Vollmilchschoko …. Mehr lesen Sie dann Anfang nächsten Jahres in meinem neuen Buch: “Hallo Heißhunger, ab jetzt bin ich der Boss!”
KvS: Provokant gefragt: 7 Wochen Fastenzeit mit der Glyx-Diät. Was soll mir das bringen?
MG: Ein neues Leben. Ein glückliches. Ein gesundes. Und wahrscheinlich auch ein schlankeres.

© Olivia Biemmi-Lazzaroni
Die Autorin:
Marion Grillparzer, Jahrgang 1961, ist diplomierte Ökotrophologin und ausgebildete Journalistin. Vor ihrem ersten eigenen Ratgeber 1999, schrieb sie für zahlreiche Zeitungen und Magazine zum Thema Gesundheit und Ernährung. Seit der Platzierung von gleich drei Büchern in der Focus-Bestsellerliste im Jahr 2005, kommen immer wieder erfolgreiche Bücher hinzu. Mit der Glyx-Diät, hat Marion Grillparzer eine wahre Bewegung in Gang gebracht, die von Bäckern, Lebensmittelherstellern und natürlich Lesern begeistert aufgenommen wird.
Das Konzept der Glyx-Diät:
Der Zungenbrecher „glykämischer Index“, wurde von Marion Grillparzer kurz und bündig in „Glyx“ umgetauft und steht seither für eine gesunde Lebensweise. Mit einem Wert zwischen 1 und 110 sagt der Glyx, als eine Art moderne Kalorie, etwas darüber aus, ob ein Nahrungsmittel dick macht oder nicht. Wenn fettabbauende Enzyme im Körper ihre Arbeit machen können und das Fett nicht in den Fettzellen bleibt, hat das Lebensmittel einen niedrigen Glyx. Mehr Fragen zu Glyx beantwortet Marion ->hier<-
Wer sich für die Glyx-Philosophie und die Autorin interessiert, der kann ihr Blog “Xunt” besuchen, und mal einen Blick auf die Homepage der Glyx-Diät werfen. Neben zahlreichen Informationen um Ernährung und Gesundheit, kann man auch Mitglied im Glyx-Diät-Forum werden, wo man fachliche Hilfe bei Problemen und viele gleichgesinnte Glyxer erwarten kann!
Die oben verlinkten Kochbücher habe ich seit Januar ausprobiert und habe hier einige Beispiele für leckere Frühstücks-, Mittags- und Abendbrotvariationen:
- Multikorn-Porridge mit Beeren
- Tomatensuppe mit Kichererbsen
- Puten-Bohnen-Pfanne
- Zitronen-Hähnchen mit Avocadosalat
- Obstsalat mit Sanddornquark
- Tomaten-Feta-Päckchen
Mehr Rezepte von Marion Grillparzer gibt es ->hier<- und wer erst einmal ein Wochenende mit Glyx ausprobieren möchte und nicht gleich die ganze Fastenzeit, der versucht dieses Schnupperwochenende! Es lohnt sich!
Vielen Dank für das Interview und die ersten bereits verlorenen Kilos!








Danke für das tolle Interview – allein das reicht bei mir schon zur Motivation da mal wieder mehr dran zu denken!
Und die ausprobierten Rezepte sehen ja super aus – hast Du damit auch schon abgenommen?
LG Karla
[...] Katrin von Saiten auf Suite101: Gute Ernährungsvorsätze zur Fastenzeit – Intervie mit Sachbu… [...]
Toller und lesenswerter Beitrag. Natürlich gefallen mir deine Fotos der zubereiteten Speisen besonders gut
@Karla und Steffi: Ich hatte soooo viele leckere Sachen, die ich in der Zeit gegessen habe, aber die 6 Sachen sind zu meinen Lieblingen geworden. Das “Zitronen Hähnchen” ist ein echter Geheimtipp, denn es ist mit einer Grapefruitsauce und schmeckt erfrischend anders
Vielen Dank für das schöne Interview!!

Gerade das Gericht “Tomaten-Feta-Päckchen” sieht wirklich sehr lecker aus!!
Ich sollte mir auch wirklich viel mehr Zeit nehmen in Ruhe Essen zu machen, es gibt schließlich soo viele schöne Gerichte!
[...] Grillparzer gefunden. Zu Beginn der Fastenzeit am letzten Mittwoch, war sie sogar so nett, mir ein Interview für LovelyBooks zu geben. Einige Rezepte habe ich fotografiert und in den Beitrag eingebaut. Die [...]
[...] ich zwar seit Jamie einige in der Hand, da ich aber seit Januar relativ konsequent nach Glyx koche (im LovelyBooks Blog finden sich auch Fotos zu den von mir gekochten Gerichten), tue ich mich mit neuen Kochbüchern (selbst wenn sie mir versprechen, dass man durch sie sogar [...]