Die Preise sind vergeben – die Corine Porzellanfiguren haben bereits seit mehr als einer Woche ihren Platz in den guten Stuben der Gewinner gefunden. Mit stolzgeschwellter Brust erzählen ausgezeichnete Schriftsteller von diesem Abend auf der großen Bühne des Cuvilliés-Theaters in der Münchener Residenz, von großen Begegnungen und magischen Momenten auf und hinter der Bühne.
Aber auch Lovelybooks hat eine große Geschichte zu erzählen. Sie beginnt mit dem Schreiben einer Rezension. Auf dem Schreibtisch von Tamara Rapp (unserem Mitglied Buchprüferin) entstehen bedeutungsschwere Worte, um das Buch 36 Argumente für die Existenz Gottes von Rebecca Goldstein angemessen zu besprechen. Eine Spezialität der freien Lektorin aus München.
Dem Schreiben folgt die Eingabe, den Text beim Wettbewerb Leserrezension 2010 einzureichen und dem Einreichen folgt kurz darauf das Staunen, die Autorenjury mit jedem Wort überzeugt zu haben.
Die Leserrezension 2010 wurde von unserer Tamara verfasst.
Neben der Resonanz auf unserem Forum, einem Artikel im Zeit-Magazin und viel Zustimmung aus den Reihen der User, war der eigentliche Hauptpreis der Besuch der diesjährigen Preisverleihung des internationalen Buchpreises Corine 2010 in München. (Unter uns: Übrigens der zweite Preisträger der Leserrezension, der aus München kommt und Lovelybooks damit die Reisekosten in die bayerische Hauptstadt erspart – also nächstes Jahr kann LB die Hotelkosten richtig explodieren lassen;-))
Wir wollten Tamara jedenfalls nicht alleine lassen an diesem Abend und so hat der Escort Service von Lovelybooks keine Kosten und Mühen gescheut, um den eigenen Preisträger angemessen zu feiern. Karla und Raily nahmen den weiten Weg von München nach München auf sich und Binea flog extra aus Dresden ein. Da wir natürlich nur das Gefolge von Tamara darstellten, durften wir das Theater selbst nicht betreten, sondern mussten während der Preisverleihung bei (opulenten) Häppchen und Getränken im Commité – Saal warten. Nur unser VIP-Gast durfte mit ihrem Ehemann Alfons ohne (opulente) Häppchen oder gar Getränke im Cuvilliés-Theater dem Geschehen folgen. Hart, so ein Gewinnerschicksal;-))
Zur Dokumentation des Abends hatten wir den aus unserem Tolstoi-Projekt bekannten Photographen PATH mitgebracht, der nicht nur die Bühne, sondern auch die Prominenz des Abends schnell eroberte.
Und da sich unser Blick ja nur auf Häppchen und Getränke richtete, überlassen wir es der wichtigsten Person des Abends selbst, ihre Eindrücke zu schildern. Und obwohl sie an diesem Abend nicht auf der Bühne stand, waren es genau die Bretter, die die Welt bedeuten, die unserer Tamara den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.
Also Tamara – “The Stage is yours”

Lovelybooks – Rezensionspreis-trägerin Buchprüferin (Tamara Rapp) berichtet von ihrem großen Tag bei der Corine 2010:
Ausflug in die Welt der Glanzbilder
Wir fahren nur eine Station mit der U-Bahn, dann lassen wir den Bus Bus sein und laufen einfach durchs nächtliche München nach Hause. Mir tun nicht mal die Füße weh, obwohl ich einen Gutteil des Abends herumgestanden habe, in diesem großen summenden Saal mit den Tischen und den vielen Leuten und Mr. Rail und Binea und Alfons, meinem Liebsten.
Tatsächlich summte der Saal sogar ziemlich laut, weil sich unzählige Menschen miteinander unterhielten, lachten und sich um die PreisträgerInnen drängten: wir alle eine riesige Schar Gänse, versammelt um einige heißbegehrte Futterstellen. Als hätten wir plötzlich eine Menge loszuwerden nach den eineinhalb Stunden im golden aufgeputzten Cuvilliés-Theater, wo Katrin Bauerfeind als Moderatorin die Bühne managte, auf die nacheinander die LaudatorInnen, SprecherInnen und PreisträgerInnen marschiert kamen. Und die natürlich alle etwas zu sagen hatten.
Jetzt, auf dem Weg nach Hause, denke ich an die herrliche Herlinde Koelbl in ihrem orangefarbenen Seidenmantel, passend zu ihrem Haar, ein Paradiesvogel unter den Preisträgern, die ich als Fotografin schon lange kannte und die, von Sunnyi Melles’ bewegter Laudatio auf die Bühne geladen, eine komische kleine Geschichte aus ihrer Arbeit erzählte.
Ich denke an Ernst Stankovski, den ich noch aus meiner Kinderzeit und den ungezählten Sendungen von „Erkennen Sie die Melodie“ kannte – bei meinen Großeltern sehr beliebt. Heute hat er mit wenigen Requisiten eine Passage aus Hans Joachim Schädlichs „Kokoschkins Reise“ in Szene gesetzt, und ich habe seine mühelose Kunst bestaunt.
Kurz darauf betrat der Autor selbst die Bühne und brachte die bescheidenste Dankesrede des ganzen Abends zu Gehör:
Er erzählte nichts von sich, verzichtete auf jede launige Bemerkung, er dankte nur. Vor allem seinem jüngst verstorbenen Lektor, dem er das Buch und heute auch den Preis widmete.
Ich hake mich ein bisschen fester bei Alfons ein, der mich an sich zieht. Diese schlichte Dankesrede war der Grund, weshalb ich mir schon zum zweiten Mal an diesem Abend hatte die Tränen verkneifen müssen. Glücklicherweise saßen wir im zweiten Rang in der zweiten Reihe, sodass es sicher niemandem auffiel. Gleich am Anfang, bei William Kamkwambas kurzer Rede, war es mir zum ersten Mal passiert. Dieser junge Mann, der mit solcher Hartnäckigkeit und Erfindungsgabe seinen Plan verfolgt hat, ein Windrad zur Stromerzeugung für sein Dorf zu bauen, ermutigte mit wenigen ehrlichen Worten alle, die einen Traum haben: „Sie sollen nicht aufgeben. Wenn es Herausforderungen gibt, dann sollen sie an diesem Traum festhalten … Alles ist möglich!“* Da ich selber so einen Traum habe, der mir zurzeit ganz besonders auf den Nägeln brennt, flog ihm mein Herz zu – so wie offenbar die Herzen des ganzen Saales, der gleich darauf frenetisch losklatschte.
Am Schluss der Preisverleihung gab es für Alfons und mich noch eine besondere Freude: Herbert Rosendorfer wurde für sein Lebenswerk geehrt. Wir hatten seinen „Ruinenbaumeister“ geliebt und seinen spitzfindig verdrehten Humor immer sehr gemocht, mit dem er auch seine liebenswürdige Dankesrede garnierte. Beschwingt sahen wir danach noch kurz zu, wie sich die PreisträgerInnen auf der Bühne versammelten und gegen das Blitzgelichter anblinzelten, dann standen wir auf und folgten einfach dem Menschenstrom, der sich, von strategisch postierten, aufmerksamen Männern in dunklen Anzügen und gelben Krawatten gelenkt, durch die Residenz schlängelte. Fast wie eine Demo, nur in etwas untypischer Kulisse – und mit reichlich untypischen TeilnehmerInnen.
Im Saal wurde es dann auf einen Schlag sehr viel typischer: Alle stürzten sich aufs Essen. Alle bis auf Mr. Rail und Binea, die wir schließlich vor dem Saal entdeckten, mitten im Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten.

Ministerpräsident Horst Seehofer gratuliert LB-Rezensionspreisträgerin Tamara Rapp (alias BUCHPRÜFERIN)
Bevor ich mich’s versah, hatte Mr. Rail mich Mr. Seehofer vorgestellt, und mein auf Puppengröße geschrumpftes Pfötchen verschwand in dessen großer warmer Hand.
Obwohl ich vor diesem Abend einiger-maßen aufgeregt gewesen war (Würde ich in irgendein für Normalbürgerinnen bereitgestelltes Fettnäpfchen treten? Würde Alfons rechtzeitig von seiner Erkältung genesen, um mich begleiten zu können? Würde ich irgendjemand Wichtigem die Hand schütteln?), war ich inzwischen völlig ruhig.
Also lauschte ich noch eine Weile dem jovialen Geplauder unseres groß gewachsenen Gegenübers, bevor wir vier entlassen waren und uns in die glitzernde Menge stürzten, um die restlichen Stunden mit eigenem angeregtem Geplauder zu füllen.
Und jetzt … ist es vorbei.
Ein wunderschöner Abend, an dem ich ein paar sehr nette Menschen von LB kennenlernen durfte, ein paar sehr bekannte Menschen sah und ein paar sehr unterhaltsame Stunden erlebte.
Kurz bevor ich ins Bett falle, denke ich noch einmal mit Dankbarkeit an die Autorenjury, die dafür gesorgt hat, dass ich die Corine besuchen konnte, und an mein geliebtes Bücherportal, das das alles wiederum erst möglich gemacht hat: LovelyBooks.
* Aus der gedolmetschten Rede
Die Aufzeichnung der Preisverleihung kann übrigens am Samstag, den 04.12. auf Bayern 3 verfolgt werden!
Und falls Du dies lesen solltest Tamara: Es war genial, die Gespräche magisch und die Begegnung mit Alfons hat gezeigt, wie sehr Bücher Menschen verbinden, die sich vorher nie gesprochen haben! Er ist nicht nur Übersetzer, er hat mich mit ins Boot geholt, um dann gemeinsam über zu setzen;-))
Der Abend war Einzig!








[...] hat und warum wir beide so um die Wette strahlen, der sollte unbedingt den neuesten Artikel auf dem Blog Lovelybooks [...]
Ich war im Saal und das hier ist Atmosphäre pur. Ihr habt den Moment genial eingefangen und im nächsten Jahr passe ich genau darauf auf, wo ihr seid. Die Seehofer-Bilder sind grandios, der Bericht von Tamara einer Preisträgerin würdig und der Rest, so wie man ihn kennt.
Frohes Fest Euch allen.
Hallo ihr Lieben,
wirklich ein toller Bericht, vor allen Dingen, wenn man mit dabei war! Habt ihr mal wieder super Arbeit geleistet, besser hätte ich es auch nicht schreiben können (wahrscheinlich eher schlechter, aber naja)! Großes Lob an den Fotografen, dessen Bilder hier wirklich mehr als sehenswert sind, da kam ich mit meinem iPhone (siehe Bild
) natürlich nicht hinterher…
Alles Liebe,
Karla
“Neben der Resonanz auf unserem Forum, einem Artikel im Zeit-Magazin und viel Zustimmung aus den Reihen der User……………” Da ich es gerne korrekt habe: es handelte sich nicht um einen ARTIKEL, sondern um eine (bezahlte) Anzeige (=Werbung). Auf der Seite hätte ebensogut Babynahrung- statt LovelyBooks -Werbung stehen können. Gewaltiger Unterschied: berichtet das ZEIT-Magazin aus Interesse oder druckt es lediglich eine Werbeanzeige? Ferner erschliesst sich mich nicht der Unterschied zwischen Forum und User – es wird in obigem Bericht wie eine Aufzählung dargestellt…..
….natürlich “mir” statt “mich”….. AUA und ich bitte um Entschuldigung
[...] Helbig und der rote Teppich wurden während der Corine Preisverleihung 2010 keine guten Freunde. Sich gegenseitig um die besten Plätze beneidende, sich mit Ellenbogen [...]
[...] wichtig war diese Veranstaltung, wie gediegen ist sie jeweils abgelaufen. Wir haben von der Preisverleihung 2010 berichtet und die Literaturcommunity Lovelybooks hat es sich nicht nehmen lassen, die Gewinner [...]