Wenn man als Autor drei Wünsche frei hätte, dann würde man sich sicherlich wünschen, das neueste Werk in passendem Ambiente vielen begeisterten Zuhörern zu präsentieren. Wenn die Lesung dann noch durch stimmungsvolle Musik ergänzt würde, wäre der Abend perfekt und der Autor vermutlich im bibliophilen Himmel angelangt.
In diesem Himmel muss sich Gina Mayer am gestrigen Abend gewähnt haben, als sie vor rund 120 Zuhörern in der Bibliothek des Heinrich-Heine-Instituts in Düsseldorf ihr neuestes Buch, „Das Lied meiner Schwester“, präsentierte. Der Rahmen war in vielerlei Hinsicht passend, zum einen muss es ungeheuren Spaß machen, umringt von tausenden von Büchern das eigene vorzustellen, zum anderen aber befinden sich die Schauplätze des Romans fast alle nur einen Steinwurf vom Institut entfernt.
Auf den letzten Drücker rutschte ich noch auf einen der Stühle der aus allen Nähten platzenden Bibliothek, bevor uns Dr. Karin Füllner begrüßte und einen kleinen Einblick ins Thema des Buches gab. „Das Lied meiner Schwester“ erzählt die Geschichte der Schwestern Orlanda und Anna, die zur Zeit der Machtergreifung Hitlers in Düsseldorf leben. Sie erzählt aber ebenso die Geschichte entarteter Musik im Nazideutschland der 30er Jahre.
Ausschlaggebend für das Thema ihres Buches war zum einen ihr letztes Werk “Zitronen im Mondschein”, dessen Handlung in den 20er Jahren angesiedelt ist, eine Zeit, die die Autorin sehr fasziniert und an die sie gerne anschließen wollte. Zum anderen war da aber auch die Ausstellung „Das verdächtige Saxophon – Entartete Musik im NS-Staat“ in der Düsseldorfer Tonhalle, die im Januar 2008 stattfand. 70 Jahre zuvor gab es bereits eine gleichnamige Ausstellung, damals im Kunstpalast, dem heutigen NRW-Forum, ein Höhepunkt der NS-Propaganda.
Es lag also quasi auf der Hand, die Lesung musikalisch mit fröhlich frivolen, aber auch traurigen Liedern der damals geächteten Künstler zu begleiten. So hatten wir die Freude, dem Ensemble, bestehend aus Silke Kunz (Gesang), Maurice Maurer (Violine), Miroslaw Tybora (Akkordeon) und Matthias Hacker (Kontrabaß) zu lauschen. Besonders viel Spaß machte uns die spitzbübische Silke Kunz mit „In der Bar zum Krokodil“ oder auch „Auf Wiedersehen Herr Doktor“. Hingegen wurde nicht nur die Autorin von „Und ich werde nicht mehr sehen“ berührt.
Nach rund 90 Minuten entließen wir die Musiker erst nach einer Zugabe und Gina Mayer nach Schreiben unzähliger Widmungen. Es war ein toller Abend, den ich sehr genossen habe.
Vielen Dank an die Autorin für ihr wunderbares Buch, das ich natürlich schon längst gelesen habe, an die Musiker, die mir Lust auf mehr Musik aus dieser Zeit gemacht haben und last but not least an den Fotografen Marcus Pietrek, der mir seine Bilder zur Verfügung stellte und ich somit genießen und nicht fotografieren musste.




Vielen Dank, für den tollen Lesungsbericht. Ich beneide Dich um das Erlebnis. Zusammen mit der Musik muss das wirklich ein toller Abend gewesen sein.
Vielen, vielen Dank, auch von mir. Es war ein wunderbares Erlebnis. Vor allem für die Autorin!
Spritzig frischer Bericht und ich kann mir den Abend dadurch wunderbar vorstellen. Die Fotos sind wirklich super und du konntest in der Zeit genießen – so muss es sein ;o) Über das Buch haben wir uns ja bereits kurz ausgetauscht und schön zu lesen, dass der Abend auch genau deinen Vorstellungen entsprach und diese wohl sogar noch übertroffen worden.
So muss es sein – klasse. LG
[...] Vergangen Mittwoch war ich auf einer eindrucksvollen Lesung. Gina Mayer stellte in Düsseldorf ihres neues Buch „Das Lied meiner Schwester“ vor. Meinen Lesungsbericht findet ihr im Lovelybooks-Blog. [...]
[...] “Das Lied meiner Schwester”, ein Roman über verbotene Musik im Dritten Reich. Einen Lesungsbericht über Gina Mayer hat Stefanie Leo vor wenigen Tagen hier im LovelyBooksBlog [...]