Eine neue Buchhandlung weiht man am besten mit einer Lesung ein

Holger Ehling liest und signiert mit sichtlichem Vergnügen

Das hat sich auch Dinu Popa gedacht, der letzten Donnerstag in Frankfurt “CAMP. Bücher & Espresso” eröffnet hat. Ja, alle reden von Buchhandelsketten und vom Sterben kleiner Buchhandlungen und hier wagt mal wieder jemand eine Neueröffnung. Schön, oder?

Zur Feier des Tages hat er den Holger Ehling gebeten, aus seinem Buch “England, glorious England” zu lesen. Und der in Frankfurt lebende Journalist und Autor ist dieser Bitte gerne nachgekommen.

Die kleine Buchhandlung war zum Bersten voll und alle lauschten gespannt, was Holger Ehling über unsere westlichen Nachbarn zu erzählen wußte. Und ja, er weiß eine ganze Menge. Schließlich hat er als Korrespondent einige Jahre in England gelebt und offensichtlich hat er sich tiefgehend mit Geschichte, Kultur und Eigenarten dieses Völkchens beschäftigt. Das Büchlein ist auf jeden Fall gespickt mit Wissen und schon allein während der Lesung hab ich mich in den Bereichen Essen, Presse, Wohnen und Königshaus weiterbilden können. Oder wußtet Ihr, daß die Engländer begeisterte Heimwerker sind? Die Ausdrücke “home sweet home” und “my home is my castle” kennt ja wahrscheinlich jeder  und daß den Engländern ihr Zuhause wichtig ist, hab ich daraus auch geschlossen. Aber daß zu Ostern die Saison beginnt, in der Baumärkte regelrecht gestürmt werden und die Anzahl der Unfälle in Krankenhäusern signifikant ansteigt, war mir neu…

Das aufmerksame Publikum bei der CAMP Eröffnung

Auch wie die Engländer ihre Nachbarn betrachten war unterhaltsam. Franzosen werden als “frogs” bezeichnet (u.a. weil sie ständig Frösche essen),  Deutsche natürlich “Krauts”. Noch immer lesen wir in der englischen Presse kriegsähnliche Kommentare, wenn unsere beiden Fußballmannschaften aufeinandertreffen. Ob diese Einstellung tatsächlich immer noch im Alltag der Engländer vorzufinden ist?…Die Antwort findet sich in dem Büchlein. Wer mal reinschnuppern möchte, findet hier eine Leseprobe.

Ich hatte die Freude, neben einem waschechten Briten zu sitzen, der nicht nur zu den meisten Anekdoten zustimmend genickt hat, sondern das Buch auch direkt nach der Lesung gekauft hat. Na, wenn das kein Qualitätssiegel ist :)

Dinu Popa freut sich über den gelungenen Eröffnungsabend

Dinu Popa scheint eine Buchhandlung aufbauen zu wollen, in der sich Bücherwürmer wohlfühlen. Er selbst strahlt viel Ruhe aus und hat sicher nichts gegen langanhaltendes Stöbern. Zudem ist er stolz auf die nagelneue Espressomaschine, die sicher einen angenehmen Duft verbreiten wird und die zusätzlich dafür sorgen wird, daß Besucher in seinem CAMP angeregt werden. Und das sicher auch immer wieder durch einen guten Rat, da der Eigentümer seit knapp 20 Jahren mit Büchern arbeitet und sicher einige gute Empfehlungen geben kann.

Meine Empfehlung ist: Hingehen!

5 Kommentare

  1. Mit dem Kopf ohne Tastatur und Maus PC steuern kostenlos…

    Ich fand deinen Beitrag sehr interessant Danke :)

  2. Es ist ja nicht ganz einfach mit unseren Namen, da kommen Verwechslungen leicht vor, zumal wir auch noch Brüder sind, uns in ähnlichen Branchen tummeln und alle Jahre mal wieder sogar gemeinsame Projekte stemmen, ABER:

    Der freundliche, nicht mehr ganz so junge Mann auf dem Bild, Gründer von CAMP. Bücher & Espresso und Frankfurter Statthalter unseres Medienclans ist Dinu Popa, während ich, Dorin Popa, einer von zwei Münchner Exemplaren der mit den Daltons, Waltons und Grimms konkurrierenden Popa-Gebrüder derzeit mich des Buchverkaufs enthalte und mich dem Journalismus widme.

  3. Krimimimi
    Krimimimi

    uuups, da bin ich in der Tat in’s Schleudern gekommen. Danke für den Hinweis. Jetzt ist jeder der Brüder wieder da, wo er hingehört :)

  4. Es gibt doch nichts Schöneres als Buchhandlungen, in denen wir uns wie zu Hause fühlen dürfen. Bei uns in Basel gibt es auch so was in der Art. http://www.nasobem.ch

  5. sunlight

    Seufz, das wäre genau die richtige Umgebung für mich – leider wohne ich viel zu weit weg.

    Aber was wieder einmal typisch ist, Lesungen, da gehen vorwiegend Frauen hin. Warum eigentlich? Und das Thema England, in unterhaltsamer Form, das ist doch auch was für Männer.

    Danke Mimi, für den gelungenen Bericht. Mich hättest du überzeugt und ich würde mich sofort zu Dinu Popa aufmachen.

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