Daniela Kulot kenne ich nun schon 10 Jahre, nun ja, eigentlich nicht sie selbst sondern die zwei sympathischen Figuren ihres Bilderbuchs: Krokodil und Giraffe.
Im ersten Band, Ein kleines Krokodil mit ziemlich viel Gefühl, der nunmehr vor 10 Jahren bei Thienemann erschien, ist Krokodil ganz schrecklich in Giraffe verliebt, die ihn jedoch wegen seiner Größe gar nicht wahrnimmt. Da helfen keine Stelzen, keine Künststücke, keine Liebeslieder, da kann nur der Zufall helfen.
Drei Jahre später, mittlerweile sind die beiden ein Liebespaar, geht es in Das kleine Krokodil und die große Liebe auf Wohnungssuche, was sich für ein solch ungleiches Paar als gar nicht so einfach erweisen soll.
Im Jahr 2006 geht mit Krokodil und Giraffe – ein richtig echtes Liebespaar Band drei an den Start.
Im vierten, heute erscheinenden Band baut die Autorin die Beziehung der beiden konsequent weiter aus und mit dem Titel Krokodil und Giraffe – eine ganz normale Familie wird klar, dass aus den beiden nun eine Familie geworden ist. Die ganze Reihe kann ich allen – und damit möchte ich neben der eigentlichen Zielgruppe auch verliebte, verlobte, verheiratete Erwachsene mit einbeziehen – nur empfehlen. Es braucht nicht immer viel Text um viel zu sagen, umso mehr Zeit bleibt, um in den farbenfrohen, klaren Illustrationen der Autorin zu schwelgen. Ach, übrigens, wer mittlerweile schon pubertierende Kinder hat, dem sei das bebilderte Jugendbuch Marsmädchen sind ganz anders nur zu empfehlen, ganz ohne Krokodil und Giraffe, aber nicht weniger schön
Und wie sieht es nun mit der Bloggerin Frau Kulot aus? Die habe ich tatsächlich 10 Jahre später kennengelernt, noch nicht ganz persönlich, aber immerhin auf allen Ebenen des Social Webs. Es ist immer eine Freude ihren Tweets und Posts zu folgen und ehe man sich versieht ist man auf dem Blog der Autorin angekommen. Hier darf man dann schon einmal vor allen anderen einen Blick ins neue Buch werfen oder an ihrem neuen Projekt Einkaufswagen teilhaben. Auf diesem Blog ist immer was los.
Ehe ich es vergesse: Mein Profilbild ist übrigens ein echter Kulot
Was sonst noch ansteht und wie das Leben einer erfolgreichen Autorin/Illustratorin aussieht, das habe ich sie dann doch gleich einmal selbst gefragt:
Wie sieht denn eigentlich so ein ganz normaler Kulotscher Arbeitstag aus?
Oh. Jetzt hast du mich erwischt. Heikler Punkt. Ich versuche immer wieder eine Regelmäßigkeit reinzubringen, aber mir gelingt es nicht. Jeder Tag ist anders, je nachdem, ob ich am Abend zuvor weg war, wie das Wetter ist, wie der morgendliche Kaffee geschmeckt hat, mit welchem Bein ich aufgestanden bin. Und es hängt natürlich auch davon ab, in welcher Arbeitsphase ich grad bin. Wenn ich am Ideen zusammenklauben bin, bin ich ständig unterwegs und skizziere mal im Kaffee, mal am See, mal im kühlen zu Hause, dort vor allem dann, wenn ich das Internet benötige. Ich brauche dann sehr viel Ruhe, andererseits auch sehr viel Input.
Bei den Krokodil-Giraffen-Geschichten bist Du ja Autorin und Illustratorin in Personalunion. Ist es einfacher eigene Geschichten zu illustrieren oder die anderer Autoren?
Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Wenn ich meine eigenen Geschichten illustriere, kann ich natürlich aus meiner ureigenen Bildwelt schöpfen und mit Bild und Text hin- und herspielen. Illustriere ich den Text eines anderen Autors, muss ich mich in dessen Bildwelt erst reinversetzen. Andererseits ist letzteres auch leichter, da der Text einfach vorliegt, ich kann mich ganz darauf einlassen, ohne ständig Text UND Bild hinterfragen zu müssen.
Wie lange brauchst Du, um eine Geschichte zu schreiben und diese zu illustrieren?
So genau kann ich das nicht sagen. Es ist ja ein langer Prozess, der mit einem winzigen Ansatz einer Idee beginnt, die ich immer mehr vertiefe durch Skizzieren und Notieren. Irgendwann ist es soweit, dass ich meine Idee auch meinem Verlag vorstellen kann. Wenn sich der Verlag für meine Idee begeistert und ich einen Vertrag bekomme, brauche ich für ein Bilderbuch noch ca. 4-5 Monate.
Krododil und Giraffe sind Dir und uns ja schon ans Herz gewachsen. Wirst Du die beiden auch noch gemeinsam alt werden lassen?
Inzwischen kann ich mir das vorstellen, ja. Nachdem ich diese schwere Hürde mit der Familiengründung der beiden genommen habe, gibt es wieder unendlich viele Möglichkeiten die Geschichte weiterzutreiben. Der Plot mit dem Größenunterschied war nach 3 Bänden ausgereizt, es musste was neues passieren. Das Familienthema habe ich deswegen so lange gescheut, da ich damit fast unweigerlich auch in ein Aufklärungsthema rutsche. Und ich wollte auf gar keinen Fall ein weiteres Aufklärungsbuch schreiben, da gibt es schon so viele auf dem Markt, und z. T. auch sehr gute. Aber ich hab’s gut umschifft, hoff ich. Und zusammen mit den zwei neuen Figuren, also den Kindern Krokira und Raffolo, lässt sich viel machen.
Beides. Aber der Schwerpunkt liegt bei mir immer im Bild, in der Bildidee, in der Bildgestaltung, in der Figurenerfindung. Da kann ich meine Fantasie am besten spielen lassen. Das, woran ich jetzt arbeite, wird noch weniger Text haben, als meine anderen Bücher. Heißt aber nicht unbedingt, dass es allein für die ganz Kleinen ist. Es wird von der Bildsprache durchaus eine Herausforderung. Aber ich bin noch ganz am Anfang, sprich, viel unterwegs …

Ich liebe diese tollen illustrierten Bücher.
Toller Beitrag
Es sind wirklich schöne Bücher die wunderschön illustriert sind. Ich liebe das ungleiche Paar.
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