Weltuntergangsstimmung im Jugendbuch

Neben Vampiren, Werwölfen und Co. bestimmt ein weiteres Thema in diesem Jahr den Jugendbuchmarkt: Katastrophen  apokalyptischen Ausmaßes.

So wie in Susan Beth Pfeffers “Die Welt, wie wir sie kannten”, als der Mond, ausgelöst durch den Einschlag eines Asteroiden, aus seiner Umlaufbahn geworfen wird. Dass er dadurch der Erde viel näher kommt, wird auch im sehr gelungenen Cover wiedergegeben. Diese Katastrophe löst eine Kettenreaktion aus, riesige Landstriche werden überflutet, Vulkane brechen aus, Ressourcen versiegen. Den Überlebenskampf ihrer Familie hält Miranda in einem Tagebuch fest und lässt den Leser hautnah an Verzweiflung, Todesängsten und manchmal auch an relativ normalem Teenagergefühlen teilhaben. Ein fesselnder und bedrückender Roman, der den Leser nachdenklich zurücklässt.

Ganz anders liest sich “Überleben”, das Jugendbuch-Erstlingswerk von S.A. Bodeen. Hier hält man einen spannenden an den Nerven zehrenden Psycho-Thriller in der Hand.
Während eines nuklearen Anschlags fliehen Eli und seine Familie in einen Bunker, dessen Tür sich erst 15 Jahre später wieder öffnen soll. Zunächst mangelt es an nichts, denn Elis Vater ist Milliardär und hat den Bunker luxuriös ausgestattet. Doch schließlich kommt es zu einigen Pannen und Elis Vater trifft unmenschliche Entscheidungen. Die Geschichte beginnt langsam, doch spätestens beim Zeitsprung um sechs Jahre, nimmt sie rasant an Fahrt auf, und lässt sich bis zum Ende kaum noch aus der Hand legen. Hinzu kommt der Ort des Geschehens, ein Bunker, beklemmender und unheimlicher geht es kaum. Und schon bald stellt sich der Leser die Frage, ob es Elis Vater wirklich nur ums Überleben geht.

Schon der Prolog von “Der Tomorrow Code” lässt erahnen, dass die Geschichte auf eine Katastrophe hinsteuert. Tane und Rebecca sind 16 Jahre alt, Umweltaktivisten und wissenschaftlich interessiert. Als sie sich mit Gammastrahlenblitzen beschäftigen, erhalten sie plötzlich verschlüsselte Botschaften, die nichts Gutes erahnen lassen. Mit Tanes Bruder „Fatboy“ macht sich das Dreierteam auf den Weg, nicht nur die Bewohner Neuseelands sondern die ganze Menschheit zu retten.
Brian Falkner hat mit seinem Roman einen spannenden Umwelt-ScienceFiction-Thriller hingelegt. Langsam steigert der Autor die Spannung und macht es dem Leser durch geschickte Kapitelenden schwer, sich vom Buch zu trennen. Falkners Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Sicherlich wird so manche Klippe – im wahrsten Sinne des Wortes – von den Jugendlichen zu einfach umschifft, trotzdem findet der Autor meist plausible Erklärungen. Wissenschaftliche Zusammenhänge werden gut und verständlich erklärt.  Auch hier ist spannende Unterhaltung garantiert.

Weitere Jugendbücher zum Thema sind z. B.  Die Tribute von Panem, Darlah, Genopolis, Little Brother.

Kennt Ihr noch weitere? Freue mich über einen Kommentar :-)

10 Kommentare

  1. Mr. Rail

    Wohl ein düsteres Zukunftsszenario, das hier oft entworfen wird, aber auch ein deutliches Zeichen, wie abhängig wir von einer intakten Umwelt sind und wie gefährdet die Balance ist, der wir uns selbst aussetzen. Das für mich absolut Besondere an diesen Jugendbüchern aber ist: keine “untoten” Lebewesen, keine Werwölfe und (Achtung aufgepasst): Jugendliche, die nicht zaubern können – das hat die Welt noch nicht gesehen!!!!! Danke für die Infos!

  2. Binea

    Jugendbücher sind grad bei mir auch sehr bestimmend im Bücherregal.

    Puerta Oscura – Totenreise – wird das nächste sein, in welches ich mich begebe.

    Zuletzt war ich in Panem und “Überleben” habe ich mir soeben notiert, klingt sehr gut.

    Danke ;o)

  3. [...] Welche düsteren Bücher trotzdem sehr empfehlenswert sind, das könnt ihr in meinen Beitrag „Weltuntergangsstimmung im Jugendbuch“ bei Lovelybooks [...]

  4. Mit solchen Szenarien habe ich mich bisher wenig beschäftigt, doch seit den Tributen von Panem interessiere ich mich sehr dafür. Von daher erstmal vielen Dank für die Buchtipps, vorallem “Überleben” und “Die Welt, wie wir sie kannten” klingen toll und kommen auf die Wunschliste.
    Desweiteren würde mir jetzt zu diesem Thema noch “Black Out” von Andreas Eschbach, frisch im Arena-Verlag erschienen (leider bei mir noch ungelesen) und “Alterra. Die Gemeinschaft der Drei” von Maxime Chattam (auch bisher noch nicht gelesen und noch nicht im Regal) einfallen.

  5. ich kann da Tobie Lolness empfehlen. Das Leben, welches die Baumbewohner kennen verändert sich. Der Baum wird systematisch Krank gemacht. Tobie muss ganz allein dagegen ankämpfen und doch kommt immer wieder unerwartet hilfe..

    Hier nachzulesen:
    http://bit.ly/aG7NWa

  6. Also “Überleben” würde ich eigentlich nicht zu diesen Büchern zählen, immerhin geht es dort nicht um eine Katastrophe, sondern nur um das Leben im Bunker.

  7. Haelge

    Alterra kann ich wirklich empfehlen, zu mal bald der nächste Band rauskommt.

    Ist Darlah wirklich ein Jugendbuch? – ich konnte danach 2 Nächte nicht schlafen. Johan Harstad bleibt trotzdem einer meiner Lieblingsautoren :-)

  8. Buecherkinder

    @Haelge: Also Darlah ist tatsächlich ein Jugendbuch und kam in der Jugendredaktion auch schon sehr gut an: http://www.buecherkinder.de/kinderbuch-jugendbuch.php?id=3339
    Nachtrag: Habe es gestern abend zu Ende gelesen und gebe Dir, was den Gruselfaktor angeht, recht. Definitiv sollte man das Buch ab Seite 300 nicht nachts lesen ;-) … ansonsten bleibe ich aber bei meiner Meinung, dass “Darlah” ein Jugendbuch ist, was man jedoch auch als Erwachsener mit Spannung lesen kann.

  9. Ich bin gerade auch richtig in Stimmung für solche Bücher und habe “Die Tribute von Panem”, “Die Welt, wie wir sie kannten” und “Alterra” auch schon gelesen. In “Überleben” habe ich ebenfalls schon reingelesen, bin aber noch nicht zum Weiterlesen gekommen. Aber es fängt auf jeden Fall vielversprechend an. Ich denke, dass wir aus diesem Genre auch in Zukunft noch mehr erwarten dürfen.

  10. [...] Weltuntergangsstimmung im Jugendbuch [...]

Dein Kommentar: