Die Autorin Mia Bernstein, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet in Hamburg. »Gedankenscrabble« nennt sie selbst ihre Art zu schreiben. Es ist ein Spiel, Ergebnisse werden aufgeschrieben, gezählt werden nicht nur positive Verluste: »Erdbeerflecken« ist so eine Wortsammlung, ihr Debüt, eingepackt in zwei Buchdeckel, illustriert von Michaela von Aichberger.
Heute beantwortet Mia Bernstein bei LovelyBooks eure Buchfragen als eine von 29 weiteren Autoren in unserer Aktion “30 Tage – 30 Autoren”. Wir haben schon mal angefangen und ihr schriftlich ein paar Buchfragen vorab geschickt:
LovelyBooks: Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wie hat sich Deine Arbeit als Schriftstellerin mit der Zeit verändert?
Mia Bernstein: Geschrieben habe ich schon immer, meine erste Idee war ein Fortsetzungsroman von “Hanni und Nanni”, dieser Versuch scheiterte auf Seite 3, glaube ich.
Danach folgten unzählige Bücher im Kopf, viele Geschichten auf Papier, aber
mein erstes Buch “Erdbeerflecken” erschien erst 2009. Eine Zeitspanne , die
wohl kaum größer sein könnte. Daher wäre die Frage, was sich nicht verändert
hat, sicher leichter zu beantworten.
LovelyBooks: Welche Vorteile bietet für Dich das Internet und wie nutzt Du hier den Kontakt zum Leser, wie z.B. in einer Literaturcommunity wie LovelyBooks.de
Mia Bernstein: Ich mag das Internet sehr, eine tolle Erfindung. Recherchieren, Bestellungen
aufgeben, sich mit Menschen/ Lesern austauschen. In den meisten Fällen erleichtert es das Leben sehr.
(Wie das Leben ohne Internet wäre, habe ich vor einigen Tagen hier geschrieben)
LovelyBooks: Bei der Buchfrage können sich neuerdings Leser in Echtzeit über Autoren und ihre Bücher austauschen, damit ist ein weiterer Platz für Lob und Kritik geschaffen. Wie gehst Du damit um?
Mia Bernstein: Entweder ganz oder gar nicht, heißt: Sich nur das Lob zu fischen, die Kritik links liegen zu lassen, wäre Selbstbetrug. Gute Kritik ist ein Geschenk, auch wenn sie im ersten Moment nicht angenehm ist.
LovelyBooks: Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner Bücher wünschen und warum?
Mia Bernstein: Wunschkandidaten generell wären Thierry Cohen, Mitch Albom oder Daniel Keel. Warum? Weil ich dann mal vor Freude im Dreieck springen könnte.
LovelyBooks: Man wird als Schriftsteller schnell in Schubladen gesteckt. Würdest Du gerne mal das Genre wechseln und Deine Leser mit einer völlig neuen Seite überraschen?
Mia Bernstein: Das Genre zu wechseln, kann ich mir momentan nicht vorstellen. Die Überraschungen selbst stecken hoffentlich in den Büchern.
LovelyBooks: Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration für Deine Bücher?
Mia Bernstein: Im Leben, die Themen liegen auf der Straße. Zwei Stunden unter Menschen und man hat Ideen für mindestens fünf Bücher, theoretisch.
LovelyBooks: Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert
vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?
Mia Bernstein: Ich schreibe täglich eine Stunde und zusätzlich gibt es Schreibblöcke: Mehre Tage, an denen ich nur schreibe, aus dem “normalen” Leben aussteige und abtauche. Letzteres scheint die einzige wahre Möglichkeit bei mir zu sein, die Schreibfahrt richtig aufzunehmen.
LovelyBooks: Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?
Mia Bernstein: Dass weitere Bücher von mir folgen, ich es schaffe, mit meinem Gedankenscrabble die Menschen für ein paar Stunden abtauchen zu lassen. Und irgendwann dann “selbstverständlich” die eigene Insel.


yRQVB7 Walking in the presence of giants here. Cool thinking all around!
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