Vor knapp 10 Tagen ist ein neuer Roman für alle Fans von Liebesschmökern, amüsanter Frauenlektüre oder Sex and the City erschienen. Neugierig? Dann lest einfach weiter!
Das Buch und sein Inhalt:
Verliebt, verlobt, verheiratet – und was kommt dann? Tonis Mann Georg, charmant, gutaussehend und kurz vor dem Gipfel des Erfolgs, hat sie nach 4 Ehejahren einfach gegen ein zu perfektes Standardmodell ausgetauscht. Und das Schlimmste: Er besticht seine Noch-Ehefrau mit Geld, damit sie für weitere Monate heile Welt spielt. Denn Georg kann sich als zukünftiger Vorstandsvorsitzender kein Ehedrama erlauben.
Toni ist wütend, gedemütigt und vor allem enttäuscht. Das war sie nun, die große Liebe? All die Abenteuer, die Gefühle, einfach vergessen? So geht es also zu Ende, nachdem man sein großes Glück gefunden hat?
““Der Liebespakt” betrachtet das große Thema Liebe aus einem erfrischend neuen Winkel und erzählt von einer Heldin, die weiß, wofür es sich zu kämpfen lohnt.
Die Autorin:
Susanne Leinemann kann auf ein buntes und vor allem kulturell bereicherndes Leben zurückblicken. Sie wuchs in Hamburg, Washington D.C., Bonn und Puerto Rico auf, bereiste nach der Schule halb Europa und studierte unter anderem in Mexico City. 2007 erschien ihr erster Roman “Warteschleife” im Diana-Verlag.
(Fast) pünktlich zur Veröffentlichung ihres zweiten Romans hat Sie sich einigen unserer Fragen gestellt:
Susanne, Sie haben Zeitgeschichte studiert und waren an der Journalistenschule in München. Danach arbeiteten Sie für Zeitungen und fürs Fernsehen. Wie kamen Sie dazu Frauenromane zu schreiben?
Mit der Geburt meiner Kinder änderte sich alles. Plötzlich stand ich stundenlang auf Spielplätzen herum und sah meinem Nachwuchs dabei zu, wie er Zen-mäßig Sand von einem Eimer in den anderen schaufelte. Um mich herum lauter andere Frauen – Frauen, die gestern noch berufstätig gewesen und heute wie ich am Klettergerüst gestrandet waren. Und was tun Frauen, wenn sie so beieinander stehen? Sie reden. Über kriselnde und gute Ehen, ungeratene Kinder und Wunderkinder. Über den Alltag. Da dachte ich – für diese Frauen-Welt willst du schreiben. Und über diese Welt.
Schreiben Sie also explizit nur für Frauen oder finden Sie, dass auch Männer etwas aus Ihren Büchern mitnehmen könnten?
Klar, sie könnten auf jeden Fall etwas mitnehmen. Aber Männer dazu zu bringen, ein knallrotes Buch mit einem großen weißen Herz auf dem Cover aufzuschlagen, ist nicht ganz leicht. Sie scheuen schnell…
Toni ist auf dem ersten Blick eine eher unauffällige, stille und zarte Heldin. Wenn es aber darauf ankommt, kann sie kämpfen wie eine Löwin. Eine Frage, die wahrscheinlich alle Autoren nervt; ich stelle sie trotzdem: Wie viel Susanne Leinemann steckt in Antonia Jungbluth?
So zart wie Toni wäre ich auch gerne. Aber dafür habe ich nicht die Gene. Dickköpfig und wütend kann ich auch sein – aber vermutlich würde ich nicht ganz so dramatisch kämpfen wie sie. Das geliebte Auto des Göttergatten zu einem Spottpreis an einen bulgarischen Autohändler verscherbeln, nur um ihn zur Weißglut zu bringen, käme mir wohl nicht in den Sinn. Obwohl…
Glauben Sie persönlich auch, dass Menschen Ihre Beziehungen heutzutage viel zu schnell aufgeben?
Ja, da bin ich mir ziemlich sicher. Liebe lebt auch von Dauer und Verlässlichkeit. Jedes Paar hat mal schlechte Zeiten, keine große Liebe ist eine ununterbrochene Folge von Champagnermomenten. Interessant ist, ab wann man aufgibt. Was das eine Paar gemeinsam durchsteht, führt beim anderen zur Trennung.
Ist ein Mann, der fremdgeht, es denn überhaupt wert, dass man um ihn kämpft?
Kommt auf den Mann an. Aber wenn jede Ehe und Partnerschaft nach einem Betrug sofort in die Brüche gehen würde, wäre die Scheidungs- und Trennungsrate noch viel höher. Manchmal, denke ich, kann man verzeihen. Aber man muss schon klar machen: Noch mal lasse ich mich von dir nicht so demütigen.
Ihr Roman spielt größtenteils in der High Society und greift auch Lifestyle und Modethemen auf. Interessieren Sie sich für Klatsch und Tratsch und/oder Modekollektionen?
Donnerstags stehe ich pünktlich am Kiosk und kaufe neue Klatschlektüre – das ist schon lange so, das wird wohl immer so bleiben. Und das Schlimme ist: Ich kann mir den ganzen Klatsch ungeheuer gut merken, wer mit wem und wann. Das speichere ich auf Jahre. Mein Gehirn scheint wie gemacht für Tratsch zu sein.
Wenn Stefan Raab Sie in seine Show einladen würde, würden Sie gehen?
So lange ich nicht an der Wok-WM-Teilnehmen müsste, ja.
Wie lange haben Sie an diesem Buch gearbeitet? Und wie sieht Ihr Schreiballtag aus?
Ich schreibe zu Hause am Küchentisch, wenn die Kinder in Schule und Kita sind. Also meistens vormittags. Manchmal organisieren wir den Alltag so, dass ich eine Woche Schreibzeit am Stück habe – das ist Gold wert. Gearbeitet habe ich etwa anderthalb Jahre an dem Buch.
Die Standartfrage: Haben Sie schon als Kind geschrieben?
Aus meiner Kindheit habe ich noch etwa 23 angefangene Tagebücher, deren Einträge alle nach zwei, drei Wochen spätestens abbrachen. Damals habe ich meinem Schreiben noch nicht vertraut. Ich fand es zu kindlich, zu anfängerhaft.
Haben Sie literarische Vorbilder?
Ich bin ein Fan von Vicki Baum. Ihr Roman “Menschen im Hotel”, der 1929 erschienen ist, ist für mich ein absolutes Vorbild. Diese Mischung aus Leichtigkeit und Tragik finde ich nach wie vor unerreicht. Große Unterhaltung!
In ihrem Roman erwähnen Sie mehrmals “Die Gartenlaube”, eine der ersten großen Illustrierten ab 1853. Auch darin schrieben Autoren über Frauen, die um ihre Männer kämpfen. Glauben Sie, dass es heutzutage noch schwieriger ist, einen Mann zu halten?
Statistisch scheint es schwieriger für Männer, ihre Frauen zu halten – die meisten Scheidungen werden inzwischen von den Ehefrauen eingereicht. Aber definitiv ist es heute schwieriger für eine Frau, einen Mann aufzutun, der überhaupt heiraten und Familie gründen will. Neulich traf ich einen netten 32jährigen Mann, der mir sagte, mit der Ehe lasse er sich noch Zeit. Vor Vierzig habe er nicht vor, darüber nachzudenken. Die arme Freundin!
Ist es also komplizierter ein Mann oder eine Frau zu sein?
Ganz klar: eine Frau.
Ein klares Statement
Liebe Susanne, ich danke Ihnen, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben.



[...] Tipp für alle, die auf Frauenliteratur stehen – und mein Interview mit Susanne Leinemann, gibt es an dieser Stelle. Viel Spaß [...]