Ich habe eigentlich schon seit längerem geplant, einen Artikel über die 17-jährige Autorin Helene Hegemann zu schreiben. Ich wollte sagen, dass sie die Tochter des Dramaturgen Carl Hegemann ist und dass sie wahrscheinlich etwas von seinem Talent geerbt hat. Denn mit nur 15 Jahren schrieb sie das Drehbuch zum Film Torpedo. Ein Jahr später arbeitete sie an ihrem Debütroman “Axolotl Roadkill”, den der Ullstein-Verlag nach einer 30-seitigen Leseprobe begeistert kaufte.
Ich wollte Euch sagen, dass die Presse ob ihrer klugen, spitzen und teilweise auch ironischen Sprachsprachgewalt in Hochstimmung geraten ist und Fazits wie diese zog:
“Das Buch ist phänomenal. Und die Autorin ist ein Phänomen.” (Süddeutsche Zeitung)
“An Axolotl Roadkill werden sich dieses Jahr wohl alle deutschsprachigen Debüts messen lassen müssen.” (Der Tagesspiegel)
Von einem Wunderkind war die Rede. Von einem so außergewöhnlichen Talent, dass selbst Romane von etablierten Autoren in den Schatten treten.
Ich hätte Euch daraufhin etwas vom Inhalt erzählt und diese Leseprobe präsentiert, damit sich diejenigen unter Euch, die das Buch noch nicht kennen, einen ersten Eindruck verschaffen können. Und dann wollte ich zum eigentlichen Punkt dieses Artikels kommen: Wunderkinder gibt es nicht!
Der Roman ist zäh, abgestanden, wirkt zu keinem Zeitpunkt wirklich authentisch und kennt kein Hinten und kein Vorne. Ja, eine wirkliche Struktur ist nicht zu erkennen, genauso wenig, wie ein Hauptkonflikt, der für wirkliche Spannung sorgen könnte. Es sind eher viele kleine Konflikte, die zwar einerseits eine ganz eigene Dramaturgie haben, die dem großen Ganzen aber keine Klarheit geben.
Natürlich, sie ist sprachgewandt und kreativ. Sie denkt um die Ecke und bringt Ansichten und Gefühle auf eine ganz ungewöhnliche Art und Weise zum Ausdruck.
Aber, und ich schwöre Euch – das wollte ich wirklich schreiben (und zwar schon vor Wochen), das ist nichts, was man nicht auch bei jedem x-beliebigen Tagebuchblogger finden könnte. Wenn man sich im Netz auf die Suche nach persönlichen und intimen Gedanken macht, dann wird man auf Perlen stoßen. Auf eine eigene Art zu schreiben. Auf Sätze, die nur aus einem Wort bestehen, aus Satzkonstrukte, die man nie in irgendeiner Zeitschrift lesen würde und auf Gedanken und Assoziationen, die so neu und unverbraucht wirken, dass sie nur von jungen Menschen stammen können. Von modernen, fortschrittlichen jungen Menschen in ihrer Jugendlichkeit, in ihrem Witz und mit mir ihrem Hang zum Drama.
Mein Fazit wäre gewesen, dass diese Art zu schreiben vielleicht berühren und unterhalten kann, aber dass sie noch lange keinen guten Roman ausmacht. Und falls doch, falls die grottenschlechten Bewertungen für “Axolotl Roadkill” auf Amazon, buch.de und sonstigen großen Rezensionsplattformen nur Zufall sind, und diese Art von Buch wirklich gefallen sollte, dann gäbe es unzählige Wunderkinder. Man sollte die Jugend nicht unterschätzen! So eine Art von Roman können auch andere schreiben.
Dann ist aber etwas geschehen, was die meisten von Euch bestimmt schon mitbekommen haben. Der Blogger Deef Pirmansens beschuldigte den Roman auf seinem Blog gefuehlskonserve.de des Plagiats. Zum Beweis listete er Originaltextpassagen aus dem im SuKuLTuR-Verlag erschienenen Roman “Strobo” vom anonymen Berliner Blogger Airen auf und stellt diese mit Textstellen von Hegemann gegenüber. Zum Vergleich:
Axolotl Roadkill, Seite 74:
“Ich mache drei Schritte nach vorn und knalle rückwärts gegen irgendeinen sich im öffentlichen Raum befindlichen Werbeträger von Langnese. Ich drehe mich um und knalle rückwärts gegen einen grobporigen Typen in grünen Klamotten. Er [der Polizist] setzt mich in ein Taxi…”
Strobo, Seite 124:
“Ich steige aus, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Dann stehe ich auf, mache drei Schritte nach vorn und pralle rückwärts gegen die Bahn. Schließlich kommen zwei so grobporige Bahnbullen und verfrachten mich in ein Taxi.”
Da diese Meldungen mittlerweile fast kalter Kaffee sind, weiß man, dass es nicht die einzigen Passagen sind, die sie dem Roman quasi 1:1 entnommen hat.
Dazu kommt eine von Kritikern hoch gelobte Textstelle, die sich im Nachhinein nur als übersetzter (natürlich unmarkierter) Songtext herausgestellt hat und neueste Meldungen, dass auch bei einer US-Autorin und einem Filmemacher abgekupfert worden ist.
Der Ullstein-Verlag hat sich mittlerweile in einer offiziellen Presseerklärung geäußert und vorweg genommen, dass weitere eventuelle Rechteinhaber kontaktiert werden, um nachträglich die Genehmigungen einzuholen. Weitere Abschreibdelikte sind also nicht ausgeschlossen.
Die Autorin selbst zeigt sich unterdessen uneinsichtig. Sie trennt das Gesetz von ihren eigenen Ansichten. Rein juristisch mag es ein Vergehen sein, inhaltlich glaube sie aber legitim gehandelt zu haben. “Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit”, sagt sie, und meint, dass Gedanken kein Eigentum, praktisch alles schon gedacht und gesagt worden sind und sich jeder vom nächsten inspirieren lässt.
Gut, dann stürmen wir die Bibliotheken, schreiben wir ein bisschen von den Kafkas dieser Welt ab und begeistern damit die Marcel Reich-Ranickis. Wenn die Grenze zwischen Inspiration und Diebstahl derart verschwimmen darf, dann können wir alle so groß sein, wie wir es schon immer erträumt haben, oder?
Aber diese Diskussion wird bereits an anderen Stellen geführt und darum soll es eigentlich auch nicht gehen.
Was ist mein Punkt?
Ja, eben genau der gleiche, wie vor drei Wochen.
Ich empfinde diese Autorin nicht als übermäßig talentiert. Sie ist überschätzt und die Jugend wird gleichzeitig unterschätzt.
Ich fühle mich in dieser Meinung nun absolut bestätigt, nachdem sich gezeigt hat, dass das einzige, was ihren Roman ausgemacht hat, diese ursprünglich angenommene Originalität, wie sie schon richtig gesagt hat, nicht existiert. Oder besser gesagt: Bei ihr nicht existiert.
Wunderkinder gibt es nicht. Nur vorschnelle Menschen, die auf das große Geld hoffen, Kritiker, die nicht genau hinsehen und Leser, die geblendet werden.
Das ist mehr als schade.






Ich finde es auch seltsam, dass, sobald ein Autor oder eine Autorin unter 18 Jahre alt ist, er oder sie gleich in den Himmel gelobt wird. Da werden stilistische Mittel, die ich eher als unbeholfen oder konfus empfinden würde, ganz anders interpretiert. Das sind dann meisterhafte Wendungen und lösen Begeisterungsstürme über die schreiberischen Fähigkeiten aus.
Und zum Plagiat: Jeder, der schon einmal selbst erlebt hat, wie einem Sätze oder ganze Passagen geklaut werden, wird verstehen, wie wütend man darüber wird. Daher finde ich Hegemanns Kommentar dazu unter aller Sau. Einfach alle Quellen hinten anführen, und schon hat sich das.
Wenn ich diese Passage aus ihrem Buch lese, fällt es mir schwer zu glauben, dass sie sich nicht vollkommen bewusst über ihren “Diebstahl geistlichen Eigentums” war. Ganz egal wie sie dazu steht.
Seite 15
“…- Is it mixed by you? It’s mixed like shit! Berlin is here to mix everything with everything, Alter!”
“Ist das von dir?”
“Berlin is here to mix everything with everything, Alter? Ich bediene mic überall, wo ich Insperation finde und beflügelt werde, Mifti. Filme, Musik, Bücher, Gemälde, Wurstlyrik, Fotos, Gespräche. Träume…”
“Straßenschilder, Wolken…”
“…Licht, Schatten, genau, weil meine Arbeit und mein Diebstahl authentisch werden, sobald etwas meine Seele berührt. Es ist egal, woher ich die Dinge nehme, wichtig ist, wohin ich sie trage.”
“Es ist also nicht von dir?”
“Nein. Von so’nem Blogger.”
Mit Sicherheit gibt es viele Möchtegern-Autoren die davon träumen ein Buch zu verfassen um damit Reich und berühmt zu werden, viele reichen ihre Manuskripte ein, die wenigsten werden gelesen, noch weniger veröffentlicht. Ich bin enttäuscht von Frau Hegemann, denn einen Text sichten, verändern und niederschreiben kann jeder…und diese Textbeispiele sind allzu offensichtlich.
Was sie getan hat, ist und bleibt “Diebstahl” Geistigen Eigentums und ihr Buch sollte vom Markt genommen werden. Es gibt viele Talente die eigens nur ihre eigenen Ideen verfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Sterzik
ich habe einige Berichte und auch Interviews mit Helene Hegemann gesehen und bin irgendwie zu dem Schluss gekommen, dass sie ihr Buch wohl gar nicht selbst geschrieben hat. Sie schien keine Meinung zu ihren Texten zu haben, ja sie wusste teilweise gar nicht was SIE SELBST geschrieben hat!
Was mich aber an dieser Stelle stört, ist, dass jede Meldung für diese Frau Werbung ist. Ich möchte auch gar nicht das Bild von diesem Buch auf der Titelseite von lovelybooks sehen. Denn alle hier mögen Literatur und wir alle sind fasziniert von der Originalität der Künstler. Warum dann verhelfen wir diese Dame auf alle Titelblätter der Welt?
Würde man mehr schweigen, wäre das Buch bereits in die Vergessenheit geraten, denn wie Lilly in dem Artikel schreibt: ein Meisterwerk ist es sicherlich nicht!!!
Ich habe mich in Twitter ja auch schon dazu geäußert und danke für den ausgezeichneten Artikel zum Thema! Es gibt keine Originalität, nur Echtheit? Das ist das Dümmste, das ich je gehört habe, eine Aneinanderreihung leerer Worte. Natürlich gibt es Originalität, und es wurde mitnichten schon alles gedacht und alles gesagt. Ich finde sie dauernd, immer wieder, in den Werken weniger zelebrierter Autoren. In der Kunst ist Originalität essenziell. Da ist es ein Todesstoß für alle, die sich darum bemühen, oder sich ihren eigenen Weg erkämpfen, wenn jemand hergeht und sagt “Abschreiben, kopieren, ist alles legitim, so lange wir nur echt sind dabei.”
Ich muss dazu sagen, ich habe nur die Leseprobe von Axolotl gelesen. Ich werde wohl das Buch auch nicht lesen, dazu sind meine SUBs und RUBs zu enorm und das Thema spricht mich so gar nicht an. Lieber lese ich meine geliebten Murakamis noch einmal, ein zeitgenössischer Künstler, der faszinierender Weise beides ist: Originell und echt!
lg Claudia
Also, mal ehrlich: abschreiben, ist abschreiben, da gibt es nichts dran zu rütteln. Klar kann es mal vorkommen, dass manche die gleiche (oder ähnliche) Idee haben, aber wortwörtliche Übereinstimmungen als Zufall zu bezeichnen? Geht gar nicht!
Und nur weil die Autorin unter 18 ist, heißt das noch lange nicht, dass der Roman wirklich soooo klasse sein muss. Ich denke, es gibt sehr viele Jugendliche, die einen ähnlichen oder besseren Roman schreiben könnten, wenn sie nur die Zeit hätten oder auf solch eine Idee kommen würden.
Über das Buch bin ich gestolpert und schon die Inhaltsangabe fand ich absolut uninteressant.
Hallo,
Ich finde auch, dass dieser Roman gnadenlos überschätzt wird. Ein Aneinanderreihen pubertärer Befindlichkeiten mag man einer Siebzehnjährigen nachsehen, aber dass Rezensenten namhafter Zeitungen dies als große Literatur bezeichnen, ist mehr als peinlich.
Ich war versucht das Buch zu lesen. Doch nach ein paar Scenen, konnte ich einfach nicht mehr, da es mich wirklich an einen “Tagebuchblogger”.
Meiner Meinung nach ist das eine Unverschämtheit, so ein Buch zu veröffentlichen, obwohl es doch so viele talentierte Autoren gibt, dessen Bücher ncht veröffentlicht werden können.
Es war so langweilig, dass ich es nicht zu Ende lesen konnte. Die Originalität, die dieses Buch so WoW machte ist verschwunden. Ich sehe wirklich nichts in diesem Buch. Keine Spannung, keine Handlung… Es bleibt mir ein Rätsel, wie irgendwer es begeistert lesen und am Ende noch sagen kann “Wow, wie toll!”
Ich kanns einfach nicht verstehen…
Und das mit dem “Orginaltät gibts nicht”- Ding. An dieser Stelle musste ich sofort an so einen möchtegern, eingebilden Teen-Ager denken, der einfach etwas raushaut was “intellektuel” klingen sollte, und sich dabei aber nichts denkt. Etwas raushaut uns sich dann selbst auf die Schulter klopft, dabei denkt er sei etwas besseres.
Ich bin noch immer fassungslos über dieses talentlose Mädchen und dieses merkwürdige Etwas von “Buch”.
http://www.boersenblatt.net/362647
“Unterdessen mehren sich die Forderungen, etwa einer Autorengruppe bei Facebook, Hegemanns Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse rückgängig zu machen.”
Wo muss ich unterschreiben?
Ich bin der Meinung, nicht nur die Autoren, sondern auch die LESER sollten diese Forderung stellen. Und die Verlagsbrache, alle. Es sollte ein Zeichen gesetzt werden, ein Zeichen, dass so ein Verhalten nicht akzeptiert wird.
Zuerst wünschen würde ich mir einen Boykott der Preisverleihung selbst, sowie aller Lesungen der Autorin. Leider zeigt die Erfahrung, dass es immer Schaulustige geben wird, die durch so etwas erst recht dort antanzen…
lg Claudia
Hexenverbrennung mal anders!
Alle, zumindest verdammt viele, finden sich auf einmal dazu aufgerufen der Gerechtigkeit genüge zu tun! Ins Feuer mit der für diesen Schlamassel verantwortlichen und vermeintlichen Star-Autorin! Verbrennt sie! Ins Feuer mit Helene Hegemann! Wer sich auf solche grausame, in Worten fast nicht vorstellbaren Weise, am geistigen Eigentum anderer, vielleicht ebenso jungen, zumindest bis dato unbekannten Autoren, zu schaffen gewagt hatte, verdient nichts anders. Unerbittliche Härte ist gefordert!
Ja, verbrennt sie nur, befriedigt euer armseliges Gewissen, welches nach angeblicher Gerechtigkeit dürstet. Ihr habt schon Recht, Frau Hegeman hat in der Tat ihre Absichten und Erklärungen relativ unbedarft und „naiv“ veröffentlicht.
Im Allgemeinen schlägt es sich in der Gruppe ja auch viel einfacher ein, auf schon am Boden liegende Opfer. Umso einfacher, desto beliebter steht in der Natur des Menschen ganz oben.
Es ist so einfach von „talentlosen Mädchen“, „Buch“, „Verhinderung von Preisverleihungen“, „Originalität“, „echter Literatur“, „wahrhaftiger Autoren“, „intellektueller Art“ oder „Echtheit“ zu reden und zu keifen.
Vergesst jedoch eines nicht. Helene Hegemann zwingt nicht einen von Euch ihr Buch zu kaufen, geschweige denn zu lesen. Ihr zwingt euch nur selbst und das auch nur um auf perfide Art und Weise dem Geist der Gegenwart zu folgen.
Keiner von Euch wird gezwungen die Bild-Zeitung zu kaufen und zu lesen. Doch trotzdem reagieren und agieren so viele angebliche „Literaturliebhaber“, als wäre ihnen die Hauptschlagzeile für diese, für fehlerlose Berichterstattung allseits bekannte Zeitung, meist ohne Sinn und Verstand entsprungene literarische Kostbarkeit mehr Wert, als die Erfahrung in welcher Besenkammer, ein bestimmter „Promi“ seine Familiengeschichte fortschreibt.
Hey, durchschaust Du den Scheiß? Dann handele auch so!
[...] Links zum Thema: Die Gefühlskonserve Spiegel Online + Kommentar Welt Online taz.de Kommentar von Wolfgang Schneider (boersenblatt.net) Lovelybooks [...]
@Claudia: Besonders interessant finde ich in dem Artikel das zukünftige Quellenverzeichnis.
http://www.boersenblatt.net/sixcms/media.php/747/Hegemann%20Quellen%20und%20Dank%5B1%5D.pdf
Ich weiß nicht, ob man die Preisverleihung und damit den Preis der Leipziger Buchmesse an sich boykottieren sollte – den die Leistung der zahlreichen anderen, nominierten Autoren (nicht nur in der Kategorie Belletristik) darf doch durchaus anerkannt werden. Und auch in der Kategorie Belletristik ist ja nicht gesagt, dass Hegemann tatsächlich den Preis bekommt.
Muss man denn das ganz boykottieren?
Hat sie sich durch dieses Plagiat nicht disqualifiziert? Was gibt es da zu diskutieren, man kann doch nicht ernsthaft daran denken ihr irgendeinen Preis zu überreichen? Die Zuständigen für diesen Preis sollten von sich aus die Nominierung von Frau Hegemann zurückziehen. Das macht mich jetzt sprachlos.
Würde sie den Preis bekommen, dann müsste man diese ganze Verleihung noch einmal überdenken und in Frage stellen. Wie werden denn überhaupt die Kriterien festgesetzt. Und gibt es keine Regeln für diesen Preis.
Ich würde mich als Verlag und Pseudo-Autorin in Grund und Boden schämen.
Aber die “Autorin” scheint über diesen Punkt schon hinaus zu sein.
Selber schuld was…, wenn man sich die Texte klauen lässt?
Oder wie soll man das verstehen.
@ HomersEvil:
Ich glaube Du verkennst da etwas. Niemand möchte der privaten Helene Hegemann Schaden zufügen.
Es geht nur darum, dass sie und der Verlag wahrscheinlich eine Menge Geld mit diesem Roman verdienen werden, der gar nicht wirklich von ihr ist.
Sicher, nun wurde aufgedeckt, dass sie von “Strobo” geklaut hat, womit Airens Buch auch eine würdige, öffentliche Plattform erhält, mit der er sicher nicht unzufrieden ist.
Aber “Axolotl Roadkill” war schon vor diesem Skandal auf der Überholspur, ja, sogar die von Dir genannte BILD hatte schon von diesem “Wunderkind” berichtet.
Die Feuilleton haben sich überschlagen, sie wurde in Literatursendungen gelobt, der Rubel rollte einfach.
Ich weiß nicht, welche Mächte dazu geführt haben … vielleicht auch Massenpsychologie. Aber dann schau Dir im Gegensatz zu den öffentlichen Meinungen mal die Amazon-Rezensionen an. Die private Leserschaft, die so gut wie anonym ihre wahre Meinung kundtun kann, scheint geschockt. Nicht wegen der Plagiatsvorwürfe, sondern einfach, weil das Buch bei den meisten nichts hält, was es versprochen hat.
Was ist falsch daran, als Privatperson zu sagen: “Das Buch ist langweilig und komplett ohne Spannungsbogen. Einzig einige ihrer Assoziationen und ihrer frechen Schreibe sind originell. Da das aber größtenteils nur abgekupfert worden ist, spart Euch die 15 Euro und lest lieber das Original.”?
Und was ist falsch daran, wenn andere Autoren, die hart für ehrliche Werke gearbeitet haben, fordern, dass eine Wettbewerbsgrundlage geschaffen werden muss, in der einheitliche Regeln herrschen?
Wie bitte? Sie soll auch noch einen Preis bekommen?? Kann man da irgendwo unterschreiben und fordern, dass sie ihn NICHT bekommt, da sie ihn NICHT verdient hat!
[...] aber ich konnte es mir nicht verkneifen, auch mein Senf dazu abzugeben. Meinen Artikel dazu: Helene Hegemann – oder warum es keine Wunderkinder gibt, habe ich im Lovelybooks-Blog [...]
Ohne hier in die Diskussion einsteigen zu wollen, weil mir die ganze Sache mittlerweile ziemlich auf den Keks geht…
Ein sehr schöner Artikel, Lilly, und vor allem ein sehr interessanter Ansatzpunkt! Alle Info drin plus deine persönliche Meinung -> super gemacht. Normalerweise hätte ich nämlich gar keine Lust gehabt, noch einen Hegenmann-Artikel zu lesen, aber bei deinem habe ich es gerne gemacht.
Das Buch liegt hier übrigens auch noch rum. Vor dem ganzen Trubel hatte ich es – aus Neugierde – lesen wollen. Im Moment kann ich mich allerdings nur noch schwer dazu durchringen, werde mir aber heute oder morgen wohl einen Ruck geben.
[...] befördert, die belegten, dass es keineswegs nur positive Kritiken gab (das Blog von “Lovelybooks” beispielsweise beschreibt “Axolotl Roadkill” als “zäh, abgestanden, [...]
“Als “Fräulein Hegemann” wird sie immer wieder bezeichnet, und das zeigt noch einmal, wie brutal diese einfache Anrede sein kann. Bloß wegen eines von ihr inszenierten Theaterstücks und eines von ihr gedrehten Kinofilms müsse sie ja jetzt nicht glauben, sie könne sich alles erlauben, wo sie doch noch nicht mal wie ein Star aussieht. Egal, daß sie diesen pädagogischen und projektiven Bedürfnissen mit der Wahl des Titeltieres (siehe Bilder) schon kokett entgegengekommen ist. In den Augen der Rechtsbewußten hat sie eine Dummheit angestellt, die Erwachsene entweder romantisierend verklären oder streng bestraft sehen wollen – oder beides.”
http://www.classless.org/2010/02/22/das-fraulein-bedient-sich/
Auch ich war auf der Leipziger Buchmesse und muss sagen,
es ist erfreulich und geradezu erstaunlich, wie viele junge Menschen sich für Bücher interessieren. Es gibt wirklich für jeden etwas und um so erstaunlicher ist es, dass es eine Autorin nötig hat abzuschreiben. Ich bin sicher, das Buch von Helene wäre auch mit all Ihren eigenen Ieen vermarktet worten und seien sie noch so kokett und unproffessionell. Es gibt immer genug Leser, die Bücher wie Feuchtgebiete und ……………………… lesen wird. Heute kommt es doch nur auf die Art der Vermarktung an. Schade, es gibt sicher unzählige junge Leute, die grossartig schreiben können, die aber weder die Euros, noch die nötigen persönlichen Kontakte haben. Also lesen wir weiter und lassen uns nicht von Vermarktungsstrategie blenden. Toll, dass die Menschen so aufmerksam sind, dann kommt irgendwann alles Unrecht doch noch ans Tageslicht. Lilly H.
Die meisten hier bemerken nicht in welcher zeit wir leben. Der Urheberschutz ist meiner Meinung nach veraltert, Helene hegemann provoziert radikal, nicht nur unsere Gesellschaft sondern unsere Gesetzeslage und das schärfste (!): Das Zeigefinger- rechtsspruchdenken von allen die wegen diesem Roman zur Hinrichtung aufrufen. Axolotl roadkill ist ein Erfolg weil die Autorin genau diese Reaktion von euch allen wollte. Bitte jeder nur einen Stein auf einmal