Liebesbrief mal anders

Jeder von Euch hat in seinem Leben doch sicher schon mal einen Liebesbrief geschrieben. Und wenn es nur der berühmte, kleine Zettel aus der Schulzeit war, auf dem mit krakeliger Kinderschrift „Willst Du mit mir gehen?“ stand. Das war ja auch schon ein klitzekleiner Liebesbrief. Zumindest hat man seinem Gegenüber damit gezeigt, dass man Interesse an ihm hat. Unter dem Satz pappten zwei kleine Vierecke und wiederum darunter stand dann JA oder NEIN.

Der/die/das Angebetete hatte dann eben zwei Möglichkeiten, sich zu entscheiden. Mir persönlich hat immer das Kästchen „Ich überleg´s mir… vielleicht sollten wir erst mal nur knutschen“ gefehlt

Zumindest auf den Zettelchen, die ICH bekommen habe. Die, die ich habe verteilen lassen (das machte man schließlich nicht persönlich, sondern es wurde eine mutige Freundin vorgeschickt), habe ich am liebsten immer nur mit einem JA-Kästchen verziert. Es war immer nur sehr unschön, wenn der Empfänger den Zettel dann hundert mal umgedreht hat, als würde er das NEIN-Kästchen suchen.

Ist zwar alles nicht sehr romantisch gewesen, aber dennoch gehörten diese Zettel in die Rubrik Liebesbriefe. Im besten Fall sprang dann auch tatsächlich ein JA bei dieser Aktion raus und man konnte dann mit dem Anderen knutschender Weise auf dem Sportplatz Händchenhalten. Okay… ich war 12!

Nur irgendwie bleibt man ja nicht ewig Kind und auch die Liebesbriefe werden länger, romantischer, aufregender und wenn man selber dann noch älter, romantischer und aufregender wird, gehen die Briefe dann schon mal über zwei Worte hinaus.

Aber immer geschieht es doch auf die gleiche Tour: In früheren Zeiten ohne PC nahm man sich einen Zettel (wenn er sogar schön verziert war mit Blümchen oder Herzen, nannte man dies B-R-I-E-F-P-A-P-I-E-R!) und einen Stift und schrieb los. Heute schreibt man eine Mail oder gar eine SMS. Es soll übrigens sogar Menschen geben, die über SMS Heiratsanträge machen! Und es ist mir sogar zu Ohren gekommen, dass auch Scheidungen auf diesem Wege angekündigt werden. Und im Internet kann man sich so wunderbar einfach schöne Texte kopieren und sie an den Liebsten schicken.

Ist ja auch irre praktisch all das. Aber ist das wirklich noch SCHÖN? Will gerade Frau nicht etwas Besonderes sein? Genau! Und Besonderheiten erfordern eben Besonderheiten. Deshalb kommt hier für mich der ultimative Liebesbrief-Tipp, mit dem Ihr sicher jede Frau/jeden Mann beeindruckt (oder in den Wahnsinn treibt!), die/der gerne liest!

Habt Ihr gemeinsam mit Eurem Partner ein Lieblingsbuch? Oder gibt es ein Buch, welches IHM oder IHR am meisten am Herzen liegt? Oder liest er/sie/es gar keine Bücher? Mh… dann nehmt ne Zeitschrift… kann von mir aus auch der Playboy sein, denn was Ihr eigentlich nur braucht, sind Seitenzahlen, Reihen und Wörter, die aus Buchstaben bestehen! Das ist alles! Im Prinzip ist alles Gedruckte die Vorlage für Euren Liebesbrief! Sogar das örtliche Telefonbuch.

Überlegt Euch vorher einen Text und nehmt dann die Druckware in die Hand, um nach den passenden Buchstaben zu suchen. Ich sag Euch gleich: Ist `ne Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat, aber der/die/das Angebetete wird sich sehr darüber freuen!!

Wenn Ihr den ersten Buchstaben gefunden habt, schreibt auf einen Zettel, wo der andere diesen Buchstaben in diesem Buch findet. Zum Beispiel: Seite 56, Reihe 7, 4. Wort von links, 2. Buchstabe.

Und das macht Ihr dann mit jedem einzelnen Buchstaben, bis Ihr den ganzen Liebesbrief komplett habt! Wenn Ihr SIE oder IHN danach immer noch liebt, ist es wahre Liebe! Denn Ihr werdet an Eure Grenzen geraten und sicherlich zwischendrin diese Idee verwerfen. Vielleicht werdet Ihr mich auch hassen für diesen Tipp. Aber damit kann ich gut leben, denn ich bin ja weit weg und Ihr könnt mich mit Euren Buchstaben nicht erschlagen Um das Ganze abzukürzen, könnt Ihr natürlich auch nach ganzen Wörtern suchen. Nur findet man diese natürlich nicht in JEDEM Buch.

Seite / Zeile / x-tes Wort von links

Aber nichts ist doch schöner, als später in strahlende Augen zu schauen unter denen sich ein Mund langsam formt zu: „Dass Du SOWAS für mich gemacht hast!! Das hätte ich NIE gedacht! Wie süß von Dir!!!! Du bist umwerfend und für mich der/die absolute Traummann/-frau! Ich liebe Dich!“

Das sagt er/sie/es natürlich BEVOR er/sie/es sich die Mühe gemacht hat, den Liebesbrief zu entziffern. Aber auch danach könnt Ihr Euch sicher sein: Hat er/sie/es den Liebesbrief erst mal entschlüsselt, wird er/sie/es Euch Euer Leben lang begleiten und sich für immer und ewig als etwas Besonderes fühlen. Also…. glaub ich zumindest.

Ihr solltet Euch nur vorher dessen bewusst sein, dass er/sie/es tagelang von der Bildfläche verschwunden sein wird, denn zum Entziffern des Briefes braucht man sicherlich die doppelte Menge an Zeit, wie für das Erstellen. Am besten überreicht Ihr den Brief also dann, wenn Ihr in den nächsten Tagen eh was anderes vorhabt.

Für die Jungs: Macht Euch ein paar schöne Bierabende mit Euren Freunden.
Für die Mädels: Hühnerabende mit Prosecco, Schokolade und ganz viel Getratsche. Natürlich über Männer. Oder macht extreme-shopping. Mit seiner Kreditkarte natürlich.

Und das Beste an dieser Aktion: Einmal geschrieben, kann man den Liebesbrief auf jeden Fall jederzeit wiederverwenden. Lediglich den Namen oben drüber solltet Ihr austauschen. Es sei denn, Ihr nennt Euren Schatz eh Schatz. Dann ist selbst das austauschbar!

Ich habe so einen Liebesbrief vor einigen Jahren selber mal verschickt und “er” und ich hatten unsere wahre Freude an dieser Aktion. Sehr erfreut war ich dann darüber, dass es im neuen Buch von Kerstin Gier (Saphirblau) auch ein ähnliches Rätsel gibt. Ich liebe es, wenn man als Leser auch ein wenig “gefordert” wird. Toll!

In diesem Sinne…. Ich bin dann mal weg… Liebesbriefe verschlüsseln … man weiß ja nie, wann man den nächsten mal wieder aus dem Ärmel schütteln muss…. und ein Blick in meinen Kalender zeigt mir, dass in ein paar Tagen schon wieder Valentinstag ist. Also… wenn euch noch eine tolle Überraschung fehlt, dann los!

Bücher verbinden – auch Liebende!

7 Kommentare

  1. Oh Kossi, das ist ja eine WUNDERVOLLE Idee, die ich garantiert in die Tat umsetzen werde, sobald ich wieder etwas mehr Zeit zur Verfügung habe!

    Vielen Dank für diesen großartigen Beitrag =)

  2. Eine wuuuuuuuunderschöne Idee, Kossi.
    Für mich als Single zwar als Liebesbrief nicht umsetzbar,
    aber hab mir gedacht,
    das ist doch auch ne klasse Sache als Karte,
    wenn man jemandem ein Buch schenkt.
    Dann eben als kleine Geschenkbotschaft zum Buch dazu.
    Und das werd ich auf jeden Fall mal machen!!! :D

    Ganz süß find ich übrigens,
    dass du auf die Ankreuz-Liebesbrief-Zettelchen
    nur ein JA-Feld gemalt hast.
    Warst schon immer n schlaues Mädchen! ;) )))

  3. Wolfspeaker

    Hallo Kossi,

    die Idee ist echt toll :-)

    Jetzt fehlt nur noch etwas Zeit für die Suche nach dem Text
    und das richtige Buch …

  4. vicky

    oh je….da muss man entweder arbeitslos sein oder Zahlen lieben, am besten beides gleichzeitig ;) Bei mir wäre die Gefahr zu groß, dass ich da einen Fehler nach dem anderen mache!!

  5. Ich weiß auch schon welches Buch ich nehme und an wenn es geht. Das passt so gut (sowohl Buch als auch Empfänger), das es fast schade ist das es nicht meine Idee ist. :-)
    Das freut mich so, Danke für diese Tolle Idee!

    l.g.
    Karin

  6. Also ich muss echt sagen, dass das eine sehr kreative Idee ist, die wirklich Zeit erfordert aber sehr klassisch ist. Ich finde es wirklich schade, dass in der heutigen Zeit alles übers Internet geht, deshalb liebe ich diese Idee um so mehr. Ist klassisch und hat echt Stil. Die Arbeit lohnt sich. Jetzt brauch ich noch jemanden für den ich das machen kann und auf gehts :) Was ich aber auch immer gerne gemacht habe, sind diese kleinen Liebeserklärungen zwischendurch. Ein Herzchen hier, ein Geschenk da und noch andere Sachen. Diese Kleinigkeiten die die Liebe beweisen sind das einer der besten Dinge an einer Beziehung!

  7. [...] muss man nicht genau schauen, man sieht sehr oft schwer verliebte Paare in der Öffentlichkeit Hand in Hand spazieren gehen, oder an einen gemütlichen versteckten Platz an der Sonne oder im Wald sitzen, [...]

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