LovelyBooks ist ein Kerzenmeer

Die Frau ohne Grab - eine Aktion von LovelyBook - Usern

Profilbilder unserer User werden zu flackernden Kerzen – Aufrufe hallen durchs Forum – eine virtuelle Lichterkette zieht gemeinsame Kreise – was geht vor im LovelyBook – Land?

Der Lesekreis zum aktuellen Buch der Schweizer Schriftstellerin kann sich vor Besuchen aus dem Forum kaum retten und die Mailbriefkästen der Organisatoren quellen über. Via Facebook und Twitter gingen die Nachrichten in die Welt – ein Paradebeispiel für Medienverlinkung.

Wir wollen es erreichen, dass durch diese Aktion und eine Petition an das Norwegische Königshaus die präparierten Leichen von Julia Pastrana, einer missgestalteten Frau, die zeitlebens in Freakshows vorgeführt wurde, und ihres Kindes aus einem Norwegischen Forensischen Institut befreit werden, um eine menschenwürdige Beisetzung zu ermöglichen.

Nie hätten wir es für möglich gehalten, eine solche Solidarität zu erfahren – und wahrlich – Lovelybooks leuchtet von New York, über Bali bis in die Wohnzimmer unserer User.

Ihr könnt Euch noch beteiligen – der Tag der Lichterkette ist der 9. Februar – stellt Eure Profilbilder um, zündet reale Kerzen an und verfolgt bitte in den entsprechenden Bloggs und Gruppen den weiteren Verlauf der Aktion. Die Petition wird zum Downoad und Mailversand bereitgestellt in den nächsten Tagen. Eine Social Community mit Herz!

Zu der Aktion erfolgte vor wenigen Tagen unter der Schirmherrschaft von Margrit Schriber ein Presseaufruf aus der Feder unserer Userin Icebox:

Es dauert nicht mehr lang und Norwegens Hauptstadt Oslo wird für einen Abend zur europäischen Musikhauptstadt.

Und während Oslo sich für den Eurovision Song Contest rüstet und die Blicke aller europäischen Staaten gekonnt auf sich zieht, liegt nur ein paar Meter Luftlinie weiter seit rund vierzig Jahren ein anderes Schicksal, von der Welt fast vergessen, im Insitut für forensische Medizin , im wahrsten Sinne des Wortes “Auf Eis”. Die Leichname von Julia Pastrana, die Mitte des 19. Jahrhunderts als “Affenfrau” und die “hässlichste Frau der Welt” in einer durch Europa tingelnden Freakshow zur Schau gestellt und der Lächerlichkeit preisgegeben wurde, sowie die sterblichen Überreste ihres Sohnes, beide wohl konserviert und bis heute zu Forschungszwecken dienend .

Ein Grab, wo sie die letzte Ruhe finden und den Blicken sensationslüsterner Menschen nicht länger ausgeliefert sind, blieb Mutter und Sohn, welche 1860 verstarben und noch bis ins Jahr 1970 als Leichen öffentlich ausgestellt wurden, bis heute verwehrt. Eine Gruppe von Literaturliebhabern, sowie die Schweizer Autorin Margrit Schriber , unternehmen nun den Versuch, der “Frau ohne Grab” eine menschenwürdige Beisetzung zu Teil werden zu lassen und setzten zu diesem Zweck eine Petition an das norwegische Könighaus auf. Zudem sollen in Deutschland, in der Schweiz sowie in Frankreich am 9 Februar “Lichterfeiern” stattfinden in deren Rahmen die Petition ebenfalls verlesen werden soll.

Die Aktion fand bereits große und auch öffentliche Resonanz in der Schweiz, in Frankreich und nun auch in Deutschland. Unterstützt wird das Projekt vom Verband BPW und steht unter der Schirmherrschaft der Schweizer Autorin Margrit Schriber.

Auch für ihre Zeitung (ihren Sender) ist dies sicher eine außergewöhnliche Geschichte, über die andere Seite Oslos, die dem singenden Europa weniger bekannt sein dürfte und auch das Königshaus zu einer Stellungnahme verleiten müsste auf die Frage, warum Julia Pastrana, die Zeit ihres Lebens wie ein Tier gehalten und vorgeführt wurde, samt ihrem Baby bis heute eine Bestattung verwehrt bleibt. Wissenschaftliches Interesse dürfte bei dem heutigen Wissenstand der Forschung, eher ein vorgeschobener und fadenscheiniger Grund sein. Auch ist es sicherlich von öffentlichem Interesse zu erfahren, wie das Institut solch fragwürdige Forschungen rechtfertigt.

Aus dem Buch:

Rosie ist noch einmal zum Friedhof getrippelt, um einen Platz für Julias Grab abzustecken. Dort hat sie Blumen hingelegt und ihre Lilastrümpfe als Kranzschlaufe über den Erdhügel drapiert. Auf der einen Hälfte sollte stehen: “Rosie la Belle” in Gold. Auf der anderen Hälfte: “Für den Menschlichsten Menschen.”

An dieser Stelle ein besonderer Dank aller Beteiligten an Kubine. Deine Idee geht gerade um die Welt!

2 Kommentare

  1. Mit soviel Licht in meinem Rücken und mit Bannerträger und einem einstimmigen Sprech-Chor pflanze ich mich gern für JULIA PASTRANA vor den Norwegischen Königspalast.

  2. [...] zu geben und schließlich über unseren Brief an das Königshaus und über die mehr als 200 Kerzen in den Profilbildern zu reden, die mehrere Abende [...]

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