Mr. Rail auf dem roten Teppich der Corine 2009

Unser Gewinner der Leserezension, Mr.Rail, konnte endlich seinen wohlverdienten Hauptpreis genießen: 2 Vip-Karten für die Buchpreisverleihung Corine 2009. Damit wir auch ein bisschen von der tollen Stimmung mitbekommen, hat er uns einen tollen Backstage-Bereicht verfasst:

Die Railys auf dem roten Teppich

Roter Teppich, Medienrummel, Pressefotografen. Der erste Weg führt die Rails zum Protokollchef – Vorzeigen der Einladung, Entgegennahme der Platzkarten und vorsichtiges Umschauen. Eine ungewohnte Umgebung. Prominenz, nicht unnahbar, eher zum Anfassen und locker. Ein vorsichtiger Blick in den Bereich des Prinzregententheaters, der nur mit namentlicher Reservierung zugänglich ist. „Herzlich willkommen”. Ungewohnt, wie gesagt. Und ich frage mich, wie das LB-Team das wohl hinbekommen hat.

Im Saal, gediegene Atmosphäre, Kameras, Bühnenassistenten, eine Moderatorin die eine große Gelassenheit und Vorfreude auf die Preisverleihung ausstrahlt und eine Stimme vom Band…”Bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein, es beginnt die Buchpreisverleihung „Corine 2009″. Und sie beginnt tatsächlich…und wir mittendrin.

Es gelingt, das Buch in den Mittelpunkt der Preisverleihung zu stellen. Katrin Bauernfeind moderiert pointiert und locker, vermittelt das Gefühl, dass sie genau am richtigen Platz ist, wenn es um Bücher geht. Die Preisträger reagieren erfreut und stolz auf die kleine edle Porzellanfigur und die freundlichen Worte der Laudatoren.
Die Bücher werden zum Teil vorlesend präsentiert – das Wort trägt die Veranstaltung – keine ausschweifenden Videosequenzen, keine umfängliche Vita eines Autors. Bauernfeind hebt das sympathisch zeitlose Altmodische des Mediums Buch hervor und bleibt dieser Linie treu. Das Publikum weiß dies zu schätzen, ist aufmerksam und genießt die buchige Stimmung.

Was bleibt im Ohr?
Klaus Kleber gesteht, dass ihm der Roman »Eine Kiste explodierender Mangos« von Mohammed Hanif mehr Einblicke in das pakistanische Innenleben vermittelt hat als seine eigenen Reportagereisen. Und Hanif kokettiert mit Klischeebildern, bedankt sich beim Verlag, der ihm Geld und Kleidung zur Verfügung gestellt habe und freut sich spitzbübisch darüber, dass er zeigen durfte, dass ein Pakistani Witze erzählen kann und Deutsche lachen können.
Katrin Bauernfeind zitiert Greenpeace im Zusammenhang mit den ökologischen Themen der Bücher „Over” und „The Global Deal” mit den Worten „Wäre die Erde eine Bank, sie wäre schon längst gerettet”. Die Autorin Mirjam Pressler erhält viel Beifall für ihren Wunsch nach Buchhandlungen, bei denen man nicht lange und umständlich nach Klassikern suchen muss. Und auf die Frage der Moderatorin „Was ist gelb und öde” rufe ich zum Entsetzen von Mrs. Rail „Reclam” in den Saal, woraufhin Frau Bauernfeind den kleinen gelben Reclamband Nathan der Weise hoch hält und bestätigend lacht. Emotionen kommen auf als Richard von Weizsäcker die Bühne betritt und mit stehenden Ovationen geehrt wird. Er sei zugleich Zeitzeuge und Zeitbestimmer wird laudiert und der Präsident der deutschen Einheit schlägt mit seinem Leitgedanken „Sich vereinigen heißt teilen” die Brücke von der Wiedervereinigung Deutschlands nach Europa.
Katrin Bauernfeind kann es sich nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass sie immer der Meinung war, dass Richard von Weizsäcker immer gewusst haben musste, wie schnell sie als junges Mädchen gelaufen ist, da er doch immer die Ehrenurkunden der Bundesjugendspiele unterschrieben hat. Rüdiger Safranski zeigt sich ein wenig verwirrt über den Preis für sein Lebenswerk, da er ja noch lange nicht am Ende sei und nimmt den Preis als Wegmarke, als Station auf seinem Schaffensprozess dann doch entgegen.  Fred Vargas glänzt durch Abwesenheit, verpasst dadurch aber die lebendigste Laudatio eines skurrilen Angehörigen der Dracula-Gesellschaft, der passend zum Hörbuch „Der verbotene Ort” die Existenz von Untoten und Vampiren nicht dementieren will. Barbara Nüsses kurze Bühnenlesung aus dem Buch gehört zu den Highlights des Abends. Erzbischof Marx, der für sein kongeniales Wirtschaftsbuch „Das Kapital” den Buchtitel seines Namensvetters entliehen hatte, plädiert eindringlich dafür, dass der Mensch auch in Zeiten der Globalisierung der Märkte und der Gewinnoptimierung stets im Mittelpunkt zu stehen habe. Er gesteht ein, dass der Zusammenbruch der Bank „Lehman Brothers” zeitgleich mit dem Erscheinen seines Buches nicht beabsichtigt, für sein Werk allerdings nicht ungünstig war.

Schlussklappe – Gruppenphoto der Ausgezeichneten. Allesamt ausreichend geehrt und gelobt. Die „Buchpreis” -Bindung manifestiert sich auf der Bühne – die Preise sind mit kleinen Porzellanfigürchen an diese Menschen gebunden, bis zum nächsten Jahr – neue Werke – neue Corine.
Das Buch lebt.

Die Veranstaltung auch – man geht zum Empfang über. Auch hier gediegenes Ambiente. Ehemals normale Schriftsteller, jetzt Preisträger, hautnah. Gespräche mit Hanif und Marx, freundliche ungezwungene Worte und die Möglichkeit zum gemeinsamen Photo. Der Höhepunkt des Empfangs? Ein spontanes Treffen mit Asita (im Forum wohlbekannt). Bisher noch kaum einen Beitrag miteinander gewechselt und doch auf der Grundlage von LovelyBooks ein gemeinsames Thema. Es entwickelt sich ein intensives lederbesesseltes Gespräch über LB und die Welt.
Noch ein letzter Schnappschuss – Asita und die Rails – und wir begeben uns mit geschenkter, buchgefüllter Focus -Werbetasche auf den kurzen Heimweg. Die Preisverleihung schwingt nach, und sie wird noch länger schwingen. Das Erlebnis war unvergesslich und wir sagen Danke an LB.

1 Kommentar

  1. Ein netter Einblickin dsa, was neben dem eigentlichen Event, dass man als Zuschauer erleben darf noch so geschieht.

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