Heute setzen wir unsere kleine Serie fort, in der wir Autoren bei LovelyBooks vorstellen – nämlich mit dem Autor Toni Glenn. Unser Mitglied BTOYA hat ihn interviewt – und zusätzlich hat er noch eine eigene Gruppe “Im Gespräch mit Toni Glenn”, in der Ihr mit ihm über sein Buch (und dessen authentischen & geschichtlichen Hintergrund), Vineta, die Welt des Wassersports und über weitere Themen diskutieren könnt. Viel Spaß dabei!
Toni, was hat Dich dazu gebracht, einen Roman über die Suche nach Vineta zu schreiben?
Vineta kam erst später dazu. Ausschlaggebend war die Deutsche Meisterschaft 2004. Wir wurden als BUR e.V. (Berliner Unterwasser Rugby Verein) Deutscher Meister. Ich erlebte etwas, was in der Fußballwelt als „das Wunder von Bern“ bezeichnet wird. Ich dachte mir, dass man das irgendwie festhalten sollte. Die Stadt Vineta ist laut Historikern in der Ostsee versunken. Man muss tauchen, um nach ihr zu suchen, und Unterwasser Rugby Spieler sind von Hause aus exzellente Taucher mit Hang zum Abenteuer.
Dann kam auf einmal alles zusammen… Der Mauerfall und meine zweite Leidenschaft das Segeln. Schon zu Mauerzeiten ging ich auf dem Wannsee Segeln und kaufte mir ein Segelboot als die Mauer weg war. Ich konnte es anfangs einfach nicht glauben, dass man in Deutschland mit einem Boot auf dem Wasser wochenlang unterwegs sein kann. Das musste ich unbedingt ausprobieren. In Berlin, direkt vor meiner Haustür, konnte ich nun auf Abenteuerreise gehen. Die Brandenburgischen Gewässer waren mir und auch den Westberlinern und Berlinerinnen generell so unbekannt, wie es der Atlantik hätte niemals sein können. Zeitweise war ich Tagelang unterwegs, ohne mit jemanden zu sprechen. Dann entdeckte ich den wunderschönen Wasserweg zur Ostsee über die Havel und Oder, dort wo auch der Pennestrom lang führt und auch Vineta vermutet wird.
Du verfolgst mit Deinem Roman ja ein bestimmtest Ziel…
Unterwasser Rugby wird seit 1961 gespielt und ist immer noch eine Randsportart. Das möchte ich ändern!
Mein Roman ist ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit, ein kleiner Baustein, ein Versuch, den Sport Unterwasser Rugby bekannter zu machen. Tatsächlich hoffe ich, dass auch Journalisten meinen Roman lesen und dadurch besser über unseren Sport berichten können, als das in der Vergangenheit geschehen ist. Oft wird von Leuten über Unterwasser Rugby berichtet, die vorher noch nie davon gehört haben. Die kommen dann zum Turnier und stellen überrascht fest, dass Sie nichts sehen können, weil das Spiel unter Wasser stattfindet. Dementsprechend wird auch berichtet…
Woher kam die Idee, einen Abenteuerroman zu schreiben?
Diese Idee kam mir in einer dominikanischen Hafenkneipe, in der Bucht von Luperon, dort wo Weltenbummler die Hurrikane-Zeit über abwettern. Dort lernte ich Aussteiger kennen, die meine Sinne für das Ungewöhnliche weiter schärften. Von da an war für mein Buch nichts mehr schräg genug. Mein Buch sollte auf keinen Fall langweilig werden. Tatsächlich lernte ich dann auch noch, bei einigen Gläsern Cuba-Libre, einen Schatzsucher kennen. Bis dahin dachte ich, die gibt es nur im Film, aber während ich so mit dem abenteuerlustigen Ami redete, wurde mir klar, dass es immer noch Menschen gibt, die noch als Abenteurer reich werden wollen. Warum sollte in meinem Buch nicht auch eine Schatzsuche vorkommen? In der Karibik suchen noch so einige Abenteurer nach versunkenen Schätzen. Ich dachte mir: „Genau das könnte Jugendliche interessieren. Jugendliche, die wie ich das Ungewöhnliche lieben. Abenteuerlustige junge Kerle und junge Mädels, die selbst vor einem Unterwasserfight nicht zurückschrecken. Für die habe ich mein Buch geschrieben, aber auch andere sollten sich unterhalten fühlen. Mein Anspruch war groß, aber ich glaube das muss bei einem Roman auch so sein. Ob einem das gelingt, steht auf einem anderen Blatt.
Worin siehst Du für den Leser den Reiz, Deinen Roman “Mappa Ordica” zu lesen?
Speziell interessieren mich Bücher, in denen die Romanfigur durch ihre persönliche Veranlagung im Verlauf der Geschichte meisterlich wird. In “Mappa Ordica” lernt Léon Segeln, Tauchen und den Sport Unterwasser Rugby kennen. Léon wird im Buch mit der Zeit ein Held. Am Ende holt er den Meistertitel und klärt mit seinen Freunden ein bis dato ungeheuerliches Geheimnis auf. Er findet Vineta, obwohl eine verrückte Adelige es unter allen Umständen verhindern wollte. Viele lieben genau das und wünschen sich insgeheim so wie Léon zu sein.
Ich habe Deinen Roman ja selbst mit viel Begeisterung gelesen und ich weiß, dass Du den direkten Austausch mit Deinen Lesern sehr begrüßt.
Ja – auf jeden Fall. Da ich das “Mappa Ordica”-Projekt in völliger Eigenregie durchgeführt habe (vom Coverentwurf bis zum Vertrieb) bin ich an allen Reaktionen dazu sehr interessiert. Ich würde mich über rege Diskussionen rund um mein Buch, dessen Themen und Geschichte in meiner Gruppe sehr freuen. Und vielleicht reicht das Interesse der LB-Mitglieder ja um eine richtige Leserunde ins Leben zu rufen.
Du hast mir erzählt, dass der Leser die Spielorte im Roman mit Google Earth am Bildschirm nachvollziehen kann?
Damit die Reise des Protagonisten verfolgt werden kann, habe ich die Orte der Geschichte aufgelistet und mit Längen und Breitengraden versehen. Diese Koordinaten können in das Suchfeld von „Google Earth“ kopieren werden und zeigen dem Leser auf dem Bildschirmglobus die Orte der Handlung. Der Effekt ist wirklich großartig. Wenn die Orte nah beieinander liegen, bekommt der Leser durch die Bewegung der Zoom–Funktion das Gefühl, die Strecke der Abenteuerreise abzufliegen. In meiner oben erwähnten Gruppe finden sich auch die Informationen, um die Liste der Orte mit den Koordinaten schnell zu finden.
Ich danke Dir und wünsche “Mappa Ordica” und Deinem Vorhaben viel Erfolg!






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